Heiligenhauser Jugendliche sammeln Ideen für ihre Stadt

Freigegeben für die Kunst aus der Dose: Legale Graffiti-Wände, in anderen Städten längst gepflegte Praxis, sind hier noch nicht gefunden.Foto, Archiv :André Elschenbroich
Freigegeben für die Kunst aus der Dose: Legale Graffiti-Wände, in anderen Städten längst gepflegte Praxis, sind hier noch nicht gefunden.Foto, Archiv :André Elschenbroich
Foto: Waz/Fotopool
Was wir bereits wissen
Der Ertrag des jüngsten JU-Workshops „Junges Heiligenhaus“ summiert sich zu einer Liste Jugend-relevanter Hausaufgaben für den Politik-Nachwuchs.

Man blieb zwar mit dem Bürgermeister im kleineren Kreis. Dennoch war der Workshop „Junges Heiligenhaus“ für die Junge Union ergiebig. „Das wird unser Jahresprogramm“, sagt Stefan Propach, während er die Themenliste des Abends durchgeht. Jugend-relevante Hausaufgaben gibt’s genug.

Dazu gehört auch der öffentliche Nahverkehr, auf den ja fast alle Schüler und viele Auszubildende angewiesen sind. „Wir wollen mit der Rheinbahn das Gespräch suchen“, so der Vize-Vorsitzende der JU, „und erfahren, wo der Schuh drückt“. Kritisiert wurde vor allem die Busverbindung über Isenbügel nach Kettwig. In den frühen Morgenstunden gebe es oft „massive Verspätungen“ von einer halben Stunde oder mehr. Außerdem wünschen sich – sicher nicht nur die jungen Busfahrgäste – bessere Fahrgastinformationen. Was bisher geboten werde, sei oft fehlerhaft, rügt Stefan Propach.

Blick in die Ecken des Heljens Bad

Viel Wissen über den Heiligenhauser Campus der Hochschule Bochum, lautete ein weiterer Kritikpunkt, sei bei den Oberschülern der Stadt noch nicht angekommen – zur Verwunderung des Bürgermeisters. Dabei konnte Dr. Jan Heinisch doch auf die gute Praxis der „Schülerlabore“ verweisen. Fazit für den 24-jährigen Studenten (allerdings nicht am Standort Heiligenhaus) Stefan Propach: „Die Hochschule ist noch nicht sichtbar genug. Wir werden das Gespräch mit der Marketing-Abteilung der Hochschule suchen.“ Die Frage, was sich hier unter welchen Vorausstetzungen studieren lässt, sollte sich doch für alle Schüler-Generationen leicht beantworten lassen.

Vom Studium zur Freizeit: Der Club war ebenso Workshop-Thema für die JU und ihre Gäste wie das Heljens Bad – beide unter dem Aspekt: „Passen die Angebote für Jugendliche?“ Der rund 60 Mitglieder zählende christdemokratische Nachwuchs um den Vorsitzenden Ianos Tzouvaras möchte im Bad einen Ortstermin vereinbaren, „die verborgenen Ecken und die Größe des Geländes kennenlernen“, wie Stefan Propach sagt.

Den am Panoramaradweg entstehenden Fitnesspark wertet die Junge Union auch als eigenen Erfolg: Durch den früheren Workshop sei Alice Thormälen, die Mäzenin der Park-Ausstattung, auf das Thema aufmerksam geworden. Weiter schmort dagegen das andere Vorjahres-Thema, nämlich eine Graffiti-Wand für Sprayer freizugeben. „Wir wollen es im Jugendhilfe-Ausschuss ansprechen“, kündigt der JU-Vize an.

Für junge Menschen, die eher chillen

Für junge Menschen, die in ihrer Freizeit lieber gepflegt chilllen, könnte dagegen bald gesorgt sein: Der Workshop im Thums brachte auch den Wunsch nach einer Cocktail-Bar aufs Tapet. „Wir haben uns gleich den Thums-Chef geschnappt“, erzählt Stefan Propach. Und Andreas Fischbach habe bestätigt: Ein monatlicher Cocktail-Abend sei bereits „in Überlegung“.

Wer war aktiv beim Themen-Kurs im Thums? Eingeladen waren die Schülersprecher aller drei weiterführenden Schulen. Die Realschule war auch mit Schülersprechern dabei. Gesamtschüler und Gymnasiasten ohne gewähltes Ehrenamt diskutierten mit.