Heiligenhauser Heljens Bad

Das Heljens Bad feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen.
Das Heljens Bad feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Schwimmen gehen alle gerne, und am Heljens Bad hängen die Heiligenhauser. Doch schwarze Zahlen schreiben ist für ein Bad fast unmöglich.

Heiligenhaus.. Ist der Sommer gut, sind die Stadtwerke glücklich. Schwimmbäder sind heutzutage etwas, was sich eine Stadt oftmals finanziell kaum noch erlauben kann. Doch am Heljens Bad hängen die Heiligenhauser und eine Aufgabe kommt für die Bürger nicht in Frage. In dieser Folge unserer Serie widmen wir uns deshalb der Situation des beliebten Schwimmbades.

Warme Sommertage und somit ein volles Freibad, danach sehnen sich nicht nur die Bürger, sondern vor allem auch die Badbetreiber. „Das Freizeitverhalten hat sich verändert“, sagte Bäderleiter Holger Brembeck schon in der ersten Folge unserer Serie, und auch sein Chef, Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Scheidtmann, stimmt ihm da zu: „Die Kinder kommen viel später aus der Schule nach Hause, haben weitere Verpflichtungen. Die Eltern sind oft beide berufstätig, es gibt mehr Schichtdienst – es gibt viele Gründe, wieso man nicht mehr soviel Zeit hat, schwimmen zu gehen.“

Denn schwimmen gehen wollen mehr als tatsächlich auch schwimmen gehen, so Scheidtmann: „Es ist halt zeitintensiv, aber wenn man sich mal umhört, macht es allen Spaß. Wir hatten im letzten Jahr etwa 100 000 Besucher, davon 33 000 im Hallenbad und etwa gleichviele im Freibad.“ Über Saunagäste kann sich das Bad zudem freuen.

Montags und dienstags ist das Bad zu, dies zum Ärger einiger Schwimmer. „Hier mussten wir vor ein paar Jahren den Sparstrumpf ansetzen“, erklärt Scheidtmann. „Denn die Unterhaltung eines Bades ist enorm, es muss eine gewisse Temperatur haben, es muss sauber sein und allen hygienischen Anforderungen genügen. Wir sind technisch auf einem hohem Niveau“, berichtet Scheidtmann.

Doch zu hat das Bad an den Tagen nicht ganz, sondern steht für Vereine und Schulen offen. „Wir haben in Heiligenhaus das enorme Glück, den Schulen dieses Angebot unterbreiten zu können, damit auch wirklich alle Heiligenhauser Kinder schwimmen lernen können. Denn hier gibt es ja erschreckende Studien, dass immer weniger Kinder schwimmen lernen“, erklärt Holger Brembeck.

In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist das Bad weiterhin kreativ. „Wir haben mit wenigen Mitteln das Bad aufgepeppt, die Besucher haben uns die optischen Verbesserungen auch honoriert“, sagt Brembeck. Mit vielen Attraktionen rund um Sauna und die Bäder versucht man, ein breiteres Angebot auf die Beine zu stellen. „Das Bad ist weit über die Stadtgrenzen bekannt und beliebt und hat einen guten Ruf. Wir sind zeitgemäß aufgestellt“, ergänzt Scheidtmann.

Es kommen im Jubiläumsjahr also einige Aufgaben auf das Bad zu. Wie oft die Heiligenhauser ihre Badebux anziehen werden in diesem Jahr, bleibt abzuwarten.