Heiligenhauser hat den Kaffee noch lange nicht auf

Anfassen erlaubt: Wolfgang Oldenburgs Flur soll zu einem lebendigen Museum für Kaffeemühlen werden.
Anfassen erlaubt: Wolfgang Oldenburgs Flur soll zu einem lebendigen Museum für Kaffeemühlen werden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Wolfgang Oldenburg sammelt antike Kaffeemühlen. Schon rund 125 Stück schlängeln sich durch den Flur des Nonnenbruchers.

Heiligenhaus..  Beim Anblick von Wolfgang Oldenburgs Sammelleidenschaft steigt dem Betrachter unweigerlich der herbe Duft von frisch geröstetem Kaffee in die Nase. Jedes Mal, wenn er das Schubfach einer Kaffeemühle öffnet, erwartet man, dass sich ein kleiner Haufen frischgemahlenes Pulver darin verbirgt. Doch bevor die alten Schätzchen ihren Platz im Regal beziehen, werden sie alle gereinigt, gefettet und jedes koffeinhaltige Krümelchen entfernt. Denn das Ironische ist, die Säure des Rohkaffees macht die Mühlen mit der Zeit kaputt. Der Heiligenhauser, möchte immerhin noch weit bis ins Rentenalter etwas von seiner Sammlung haben.

Kegelmühlen, Mocca-Mühlen, Wandmühlen, Bakelitmühlen – Besucher, die den Flur von Wolfgang Oldenburg betreten, verrenken sich schon mal ganz schön den Hals, wenn sie seine Sammelleidenschaft sehen. Die rund 125 Kaffeemühlen sind wie ein riesiges Wandgemälde über den ganzen Flur verteilt. Sie schlängeln sich sogar über den Türrahmen hinweg. Angefangen hat alles zwischen Alster und Elbe. „Während meiner Hamburger Zeit habe ich mich für Versteigerungen von Haushaltsauflösungen interessiert und bei den Posten war auch eine Kaffeemühle“, erinnert sich der Nonnenbrucher. Unbewusst packte ihn in diesem Moment die Faszination für die kleinen Mahlmaschinen.

Oldenburg sucht Ringeltauben

Beim sonntäglichen Bummel über die Flohmärkte der Region hat Oldenburg immer ein Auge auf besondere Mühlen. „Antike Mühlen, am besten gebraucht“, beschreibt Oldenburg die Objekte der Begierde, „und natürlich ganz besondere Ringeltauben.“ Die Modelle sind ihm dann erstmal egal. Hauptsache, das gute Stück hat eine kleine Geschichte zu erzählen. Ganz so wie die etwas klobig wirkende Metallmühle auf dem Regal. Auf den ersten Blick wirkt sie eher unscheinbar, doch sie zeugt von wahrem Erfindergeist. Mit wenigen Handgriffen haben die Vorbesitzer aus einer Handmühle nämlich eine Wandmühle gebastelt.

Spannend ist auch die Geschichte hinter den Pfefferstreuer ähnlichen Offiziersmühlen. Mit einem metallernen Klicken löst Oldenburg den Deckel von der Mühle und hält plötzlich auch den Drehgriff in der Hand. „Man kann den Griff in die Mühle stecken, damit sie besser in den Rucksack der Soldaten passt“, erklärt Oldenburg, während er den Griff wieder aus dem Gehäuse fingert.

Bakelitmühlen zeigen technischen Fortschritt

Optisch aus Marmor gemeißelt und doch federleicht, sind die Bakelitmühlen. Sie wurden nämlich aus dem ersten vollsynthetischen und industriell hergestellten Kunststoff gepresst. Nun stehen sie als stille Zeitzeugen des technischen Fortschritts im Flur.

„Mir lacht jedes mal das Herz, wenn ich durch den Flur gehe.“ Am Ende der Geschichte ist der Sammler noch lange nicht. Er sieht die Mühlen auch als Beschäftigung,. „Wenn man sich erst im Rentenalter etwas sucht, dann ist es zu spät.“ Dann haben die Mühlen der Zeit schon angefangen zu mahlen.