Heiligenhauser haben Raser im Vorgarten

Sabrina Wiesemöller kreidet gleich zwei Stellen an: Einmal das zu schnelle Fahren an der Isenbügeler Straße, aber auch den miserablen Zustand der Bushaltestellen am Löh.
Sabrina Wiesemöller kreidet gleich zwei Stellen an: Einmal das zu schnelle Fahren an der Isenbügeler Straße, aber auch den miserablen Zustand der Bushaltestellen am Löh.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Rund um die ehemalige Feuerwache in Isenbügel ist die Siedlung am Löh. Doch nicht alle Autofahrer halten sich hier an die Geschwindigkeitsregeln, sondern nutzen die K25 zum Schnellfahren, kreiden die Anwohner an.

Heiligenhaus..  Sabrina Wiesemöller will vor ihrer Haustür einparken. Was alle Autofahrer machen, dafür wird sie immer wieder angehupt, wenn sie abbremst. Für die junge Mutter ist das Ein- und Ausparken jedes Mal eine Herausforderung, denn die Straße rund um die Bushaltestelle am Löh ist für einige eine Rennstrecke.

Isenbügel 5 hieß es hier früher, als die Feuerwache noch aktiv war und die Polizeistation noch kein Wohnhaus. Da war es auch noch ruhiger auf der Isenbügeler Straße, der K 25. Die Wiesemöllers leben schon fast immer hier, und mit dem generell ansteigenden Verkehr nahm auch der vor ihrer Haustür zu. Links und rechts der Straße wohnt man, eigentlich wegen der idyllischen Lage, gerne hier. Wären da nicht die Raser. „Hier sind 50 km/h erlaubt. Aber da halten sich nicht viele dran. Sonntags und nachts ist es manchmal unerträglich, wenn Autos oder Motorräder mit gefühlten 100 hier durchheizen“, ärgert sich Sabrina Wiesemöller und kreidet dies an.

Es ist nicht nur ständiger Geräuschpegel, sondern auch gefährlich vor allem für ihre Kinder. „Mein Sohn Maximilian ist zwei Jahre alt. Laufrad kann er hier nicht fahren, da müssen wir erst woanders hingehen. Wir wohnen direkt neben meinen Eltern, aber von Oma und Opa nach Hause kann er nicht alleine gehen, das ist viel zu gefährlich“, sagt die junge Mutter. Die Gefahr kennt sie, denn sie ist hier groß geworden.

Sabrina Wiesemöller ärgert es, dass sich weder Stadt noch Kreis richtig verantwortlich fühlen. „Wir haben oft beim Kreis angerufen, dass hier mal geblitzt werden soll“, moniert sie. Denn es gibt auch nirgendwo einen gesicherten Überweg, um auf die andere Straßenseite zu kommen.

„Es gibt hier keinen Unfallschwerpunkt und auch beim Blitzmarathon wurde die Straße nicht gemeldet“, berichtet Ulrich Löhe, Polizeipressesprecher. „Aber die Anwohner können dies gerne tun und dann würden wir hier Probemessungen machen.“ Probemessungen, berichtet Kreispressesprecherin Anne Grassberger, habe es hier schon gegeben, „aber die Überschreitungen waren mit 7,8 Prozent sehr niedrig“, berichtet sie. Weit mehr sind es aber nach Meinung der Anwohner.

Ein weiterer Grund, wieso Sabrina Wiesemöller zur Kreide greift, sind die maroden Bushaltestellen: „Riesige Schlaglöcher, keine Überdachung auf der einen, zugemüllt und zugewuchert auf der anderen Seite“, berichtet sie. Die nächste Haltestelle, In der Rose, sei gerade erst aufwendig saniert worden. Die Fahrgäste am Löh hingegen freuen sich, wenn die Busse hier nicht zu schnell fahren und anhalten. Denn dass sie hier vorbeifahren sei auch schon passiert, lacht Wiesemöller.