Heiligenhauser Grundschüler lernen Zauberei

Die Gerhard-Tersteegen-Grundschule macht diese Woche Zauberschule: Im Unterricht lernen die Kinder Zaubertricks, die sie am Freitag bei einer Aufführung präsentieren werden. Der Zauberer Casablanca übt mit den Kindern der zweiten Klassen in der Turnhalle.
Die Gerhard-Tersteegen-Grundschule macht diese Woche Zauberschule: Im Unterricht lernen die Kinder Zaubertricks, die sie am Freitag bei einer Aufführung präsentieren werden. Der Zauberer Casablanca übt mit den Kindern der zweiten Klassen in der Turnhalle.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Statt Mathe und Deutsch lernen die Kinder in dieser Woche, was sie mit Disziplin und Übung erreichen können. Eine Zaubershow gibt es am kommenden Freitag zum Abschluss der Projektwoche.

Heiligenhaus..  „Ich habe den schönsten Job der Welt und wer ist daran schuld?“, fragt Zauberer Casablanca in die Runde. Die Antwort kommt geballt wie eine riesige Welle auf ihn zu gerollt: „Wiiiir“. Denn Rudolf Hofmann, wie Casablanca mit bürgerlichem Namen heißt, geht in der Arbeit mit den Kindern auf. Die Schüler der Gerhard-Tersteegen-Grundschule in Hetterscheidt lauschen gespannt wie ein Flitzebogen jedem einzelnen Wort. Seit Beginn der Projektwoche sind sie im Zauberfieber und üben fleißig die kniffligen Tricks, die ihnen Casablanca beibringt, um beim Schulfest am Freitag wie David Copperfield glänzen zu können.

Selbst durch die geschlossene Klassenzimmertür sind die „Frösche“ zu hören. Innen bietet sich dem Beobachter ein Bild des Chaos’. Doch das hat Methode. Zwischen all dem Gewusel üben die Grundschüler ihre Zaubertricks. „Die Kinder sind voller Elan und absolut bei der Sache, auch wenn es erst nicht so aussehen mag“, lobt Klassenlehrerin Christina Schöpper das emsige Treiben.

Immer und immer wieder lässt Nora (10) die überdimensionale Spielkarte durch die Finger gleiten. Geschickt dreht sie das gute Stück so, dass sich seine Werte immer wieder verändern, ohne das sie eine neue Karte ziehen müsste. „Ich habe das zu Hause 250 mal geübt“, berichtet Nora stolz, „aber trotzdem werde ich nervös, wenn ich an den Auftritt denke.“ Allein wird die Zehnjährige am Freitag vor Mitschüler und Eltern treten. Damit bei ihrem Trick dann nichts schief geht, ist nicht nur Übung, sondern auch Disziplin gefragt.

„Die Kinder lernen hier nicht nur Zauberei, sondern auch was fürs Leben“, erklärt Casablanca. Das zeigt sich schon kurz nachdem Noras vierte Klasse die Turnhalle betritt. Mucksmäuschen still und ohne zu rennen setzen sie sich auf die Plätze. Mit der Zauberkiste mit all den magischen Hilfsmitteln vor ihren Füßen geht es los. Niemand wackelt auf seinem Po hin und her, keiner quatscht mit dem Nachbarn. Die Kinder sind sofort konzentriert. Zwischen den Klassen kann sich Casablanca keine Verschnaufpause gönnen, immerhin möchte er in einer Woche aus den Hetterscheidter Zauberlehrlingen wahre Meister machen. „Die Kinder blühen auf. Ich möchte ihnen zeigen, dass sie alles schaffen können“, erklärt Casablanca.

Spaß und lehrreich zugleich

Immer wieder holt er Kinder zu sich auf die Bühne, um mit ihnen gemeinsam Tricks einzustudieren. Passend zum magischen Kartenspiel ist dieses Mal Nora dran. Die Zehnjährige soll Zauberer wieder mit ihren Hüten vereinen, doch ein Kopfschmuck ist von der Garderobenfrau geklaut worden. „Denk immer dran. Die großen Bewegungen verdecken die kleinen“, erklärt er. Welche Griffe entscheidend sind, damit der Trick funktioniert, bleibt aber ein Zaubergeheimnis.

Nicht nur die Kinder haben Spaß an der Zauberei, auch Schulleiterin Christa Markus freut sich über die gelungene Projektwoche: „Es ist schön zu sehen, wie sich die Schüler gegenseitig helfen.“ Zaubern übt auf Kinder eine ungetrübte Faszination aus. Außerdem wird ihre Ausdauer auf die Probe gestellt. Vor allen Dingen bietet die Projektwoche eines: Spaß. „Nach einem langen, anstrengenden Schuljahr haben Deutsch und Mathe einmal Pause“, findet Markus.