Heiligenhauser bestreitet weiter Mißbrauchs-Vorwurf

Das Justizzentrum (Eiland) in Wuppertal: Im Neubau findet die Verhandlung gegen einen Heiligenhauser wegen sexuellen Missbrauchs statt.
Das Justizzentrum (Eiland) in Wuppertal: Im Neubau findet die Verhandlung gegen einen Heiligenhauser wegen sexuellen Missbrauchs statt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Stundenzettel eines Heiligenhauser Betriebs sollen Aufschluss geben, ob der 51-Jährige die Tochter seiner damaligen Freundin missbrauchen konnte.

Wuppertal/Heiligenhaus..  Im Strafprozess gegen einen 51-jährigen Angeklagten um mutmaßlich schweren Missbrauch eines Kindes hat das Landgericht Wuppertal am Mittwoch frühere Arbeitgeber des Mannes gehört. In den nächsten Tagen müssen die Zeugen den Richtern die zwölf Jahre alten Stundenzettel des Mannes vorlegen. So soll geklärt werden, ob er Gelegenheit zu den vorgeworfenen Taten hatte.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte ab 2003 über Jahre die Tochter seiner damaligen Freundin missbraucht haben, während sie arbeiten war oder schlief. Das Mädchen war zu Beginn dieses Zeitraums zehn Jahre alt; konkret benannt sind acht Geschehnisse, zu denen es in der Single-Wohnung des Mannes und nach einem Zusammenzug in einer gemeinsamen Wohnung in Velbert-Mitte gekommen sein soll.

Ehemalige Arbeitgeber sagen aus

Im Zeugenstand berichteten die beiden Geschäftsführer einer Heiligenhauser Firma bereitwillig von der Arbeit mit dem Angeklagten, mit der sie zufrieden gewesen seien, von Überstunden und von freien Tagen. Sie sagten, man habe sich getrennt, weil die Freundin des Angeklagten, die Mutter des mutmaßlichen Opfers, das Arbeitsverhältnis gestört habe: „Sie ist mich massiv angegangen, dass seine Abrechnungen nicht stimmen würden und dass ich keine Ahnung hätte“, sagte der Eine. Der Andere fügte hinzu: „Sie war hochgradig eifersüchtig. Wenn wir mal länger gearbeitet haben, hat sie sofort angerufen, wo er bleibt.“

Beide sind sich einig: Von familiären Problemen, etwa mit der Tochter, hat der Angeklagte auf der Arbeit nie berichtet. Auf Nachfrage des Staatsanwalts: Nein, auch nicht während der Pubertät des Mädchens. „Da war alles ganz normal. Das war ein Vater-Tochter-Verhältnis“, sagt einer der Unternehmer. Der Angeklagte nickt dazu.

Er bleibt bei seinen Angaben, wonach die Vorwürfe erfunden seien. Seine frühere Freundin habe ihm anlässlich der Trennung Ende 2012 gedroht, es werde ihm noch Leid tun, sie zu verlassen. Tatsächlich datiert die Missbrauchs-Anzeige aus den Wochen unmittelbar nach dem mutmaßlichen Zeitpunkt dieses Gesprächs, sollte es sich denn zugetragen haben. Die Frau gab den Behörden auch Hinweise auf die Jagdwaffen des 51-Jährigen. Beamte hatten dem Gericht berichtet, der Meldung nach hätte der Mann womöglich die Wohnung der Familie verlassen und seine Pistolen und Gewehre dort ungesichert zurückgelassen. Damit hätten sie einschreiten und die Waffen sicherstellen müssen. Der Angeklagte sagt, er war da nur auf Montage im Ausland.