Heiligenhaus sichtet den Quartiers-Bestand

Willkommen im Club? Die zwölf Betten im Kulturzentrum nennt der Erste Beigeordnete Michael Beck eine „ultima Ratio“.
Willkommen im Club? Die zwölf Betten im Kulturzentrum nennt der Erste Beigeordnete Michael Beck eine „ultima Ratio“.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Für eine Flüchtlings-Unterbringung wäre der Club aber nur „ultima Ratio“. Ehemalige Räume der Förderschule sieht Beigeordneter Beck als geeigneter.

Mit der letzten Zuweisung durch die Landesregierung kamen 16 Flüchtlinge nach Heiligenhaus – „in einer Woche“, wie Michael Beck berichtet. Der Erste Beigeordnete nennt als Vergleichszahl zum „Exodus“ aus Südosteuropa die Zahl von 70 Asylbewerbern – allerdings fürs ganze Jahr. Wird die Stadtverwaltung also bald das Kulturzentrum „Club“ und Räume des „Steppkeshaus“ umwidmen müssen, wie die WAHL-Fraktion in ihrem Antrag zur kommenden Ratssitzung geschrieben hatte (die WAZ berichtete)?

Der Dezernent zeichnet ein differenzierteres Bild. Zwar jage „eine Brandmeldung aus Düsseldorf die nächste“, so Michael Beck, seit immer mehr Menschen aus dem verarmten Kosovo einreisen und Asylanträge stellen. Die Stadt wolle deshalb nicht in die Situation geraten, „dass wir nur noch Turnhallen anbieten können“. Noch sei es nämlich anders: Noch leben in Heiligenhaus mehr Asylbewerber in angemieteten Wohnungen als in zentralen Unterkünften. „Und wir haben eine gewisse Reserve“, sagt der Erste Beigeordnete.

Mehrzahl lebt in Wohnungen

Er sagt aber auch: „Wir müssen uns wappnen.“ Deshalb lotet die Verwaltung derzeit alle Möglichkeiten „im eigenen Bestand“ aus. „Es wäre sträflich“, so Michael Beck, „beim Club eine notfallmäßige Nutzung nicht zu überlegen: Das ist noch keine Belegung. Das ist eine ultima Ratio.“ Als „letztes Mittel“ stünden im Kulturzentrum nämlich zwölf Betten zur Verfügung – gerne genutzt von Künstlern, die im Club auftreten.

Ganz anders die Situation im von WAHL-Fraktionschef Stefan Okon ebenfalls erwähnten „Steppkeshaus“. Es gehe nämlich nicht um die Kindertagesstätte selbst, wie Michael Beck erläutert, sondern um ehemalige Räume der Förderschule an der Ludgerusstraße. Die „Steppkes“ erhielten dort einst einen Bewegungsraum. Die Flüchtlinge – sollte das Schulgebäude für sie hergerichtet werden – wären ihre nächsten Nachbarn.

Es sei also „nicht geplant“, betont der Erste Beigeordnete, „dem Kindergarten Räume zu entziehen“. Der leerstehende Gebäudeteil mit eigenem Eingang und Treppenhaus sei aus seiner Sicht „mit einfachen Mitteln herzurichten“. Die Räume der ehemaligen Förderschule wären für 25 bis 30 Personen geeignet.

Minimale Anerkennungs-Chance

„Als Städte müssen wir’s richten“, sagt Michael Beck. Land und Bund sieht er in der Pflicht, für eine Beschleunigung der Asylverfahren zu sorgen – gerade bei Herkunftsländern wie Kosovo. Er zitiert die Einschätzung des Düsseldorfer Innenministeriums, das von einer 0,3 prozentigen Chance auf Anerkennung dieser Asylanträge ausgeht. „Beschleunigte Verfahren sind für uns von existenzieller Bedeutung.“