Heiligenhaus entflammt für den keltischen Folk-Rock

Schotten-Rock: Das fotogene Celitca-Sextett heizt seinen Fans nicht nur mit rockender Folklore, sondern auch mit Feuerzauber ein.Foto:Celtica
Schotten-Rock: Das fotogene Celitca-Sextett heizt seinen Fans nicht nur mit rockender Folklore, sondern auch mit Feuerzauber ein.Foto:Celtica
Was wir bereits wissen
Der April bietet zwei Termine mit Folklore: Celtica lassen den Dudelsack zum „Pipes Rock“ schrillen, und Fricklesome Amsel spielen zum Tanz in den Mai.

Die Ankündigung für den Club-Abend am kommenden Mittwoch, 15. April, liest sich wie Led Zeppelin während ihrer walisischen Schaffensphase: Folk, Rock und Metal in zünftiger und zündender Verbindung verspricht auch Celtica, jenes schottische Sextett, das auch gerne mal effektvoll den Flammenwerfer anschmeißt. Jimmy Page genügte ja seinerzeit noch ein fernöstliches Drachen-Motiv auf seinem Bühnen-Anzug . . .

Celtica präsentieren sich mit Kilt und Kopftuch als musikalische Freibeuter, die keltische Traditionen entern, sich einen kräftigen Schluck aus der großen Pulle der Rock- und Metal-Musik zur Inspiration genehmigen, um das Destillat unter dem Schlachtruf „Pipes Rock“ auf die Menschheit los zu lassen.

Bagpipes und wuchtige Trommeln

Schottische Dudelsäcke und E-Gitarren miteinander zu verbinden, mag auf den ersten Blick als ein völliger Anachronismus erscheinen. Auf den zweiten Blick ergibt es Sinn: Die Great Highland Bagpipe ist wohl das einzige Instrument, das rein akustisch einer unter Strom stehenden Gitarre Paroli bieten kann. Hier begegnen sich also zwei Partner und musikalische Welten auf Augenhöhe.

Wenn man mit diesem Klangkonzept die besten Rock- und Pop-Hymnen neu interpretiert, klingen sie aufregend anders: archaisch. Die Bagpipes und wuchtige Trommeln kombiniert mit Power-Gitarren machen fast jeden Hit zeitlos. Aber zum Repertoire gehören auch die lebensfrohen Jigs und Reels. Celtica begannen außerdem schon kurz nach ihrer Gründung, eigene Melodien zu schreiben, arbeiteten Soundtracks von Kino-Blockbustern zu Hymnen um und integrierten Gesang- und Tanz-Einlagen in ihre spektakuläre Liveshow.

Man hört es den selbst komponierten Songs an, dass sie den rockenden Pipes auf den Leib geschrieben sind und spürt sofort, wie sich die Band mit den Werken aus eigener Feder identifiziert. Auch und gerade live knistert es gewaltig, wenn Celtica mit dem Feuer spielen.

Keltische Traditionen in freier Variation: Das bietet der Kultur-Kalender auch als Heimspiel und zwar zum Tanz in den Mai als „Folk auf’m Hof” am Donnerstag, 30. April.

„Amseln sind begabt, feinsinnig, sangeskundig, munter und gesellig“, weiß der Ornithologe. Dass diese Spezies nicht nur leidenschaftlich singen kann, sondern auch ihre Instrumente beherrscht, beweist die Heiligenhauser Band „Fricklesome Amsel“ sehr überzeugend. Mit viel Schwung und guter Laune präsentieren sie mitreißende Jigs und Reels und stimmungsgeladene Folksongs aus England, Schottland und Irland. Und zwar besonders gerne im Frühjahr: „Folk auf’m Hof“ macht 2015 das Dutzend voll und zieht weiterhin Freunde von Musik und Atmosphäre in Scharen auf den Zehnthof. Peter Klaus und Hannes Johannsen, beide als Gitarristen unterwegs, laufen dort genau wie Rike Ullenbaum und Sebastian Zimmermann an den Fiddles verlässlich zu Bestform auf. Hinzu kommen neben dem vielstimmigen Gesang nach Bedarf auch Bodhran, Bass und Cajon – schließlich muss auch der Rhythmus stimmen.

Gern gesehene Festival-Gäste

Apropos Geselligkeit: Auch in diesem Jahr werden die Lokalmatadore unterstützt von befreundeten Musikern, die sich eigens aus der englischen Partnerstadt Mansfield auf den Weg machen. Beim dortigen Folk Festival sind Fricklesome Amsel gern gesehene Gäste, die eifrig Gegeneinladungen aussprechen. Abgerundet wird das Fest auf dem in der Nähe vom Sportflugplatz Meiersberg gelegenen Gut Zehnthof durch ein kulinarische Angebot von Maibowle über Fassbier bis hin zu steinofenfrischen Snacks.