Hanholzer fordern Flüchtlings-Betreuung

Der Bürgerverein Am Hanholz macht sich Sorgen um die Betreuung der Flüchtlinge an der Ludgerusstraße. Rund um das Flüchtlingsheim, St. Ludgerus  die ehemalige Schule und der angrenzende Kindergarten.
Der Bürgerverein Am Hanholz macht sich Sorgen um die Betreuung der Flüchtlinge an der Ludgerusstraße. Rund um das Flüchtlingsheim, St. Ludgerus die ehemalige Schule und der angrenzende Kindergarten.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Aus Sicht des Bürgervereins erledigt die Stadt ihre Pflichten völlig ungenügend: „Es darf nicht sein, dass zwei Betreuungs-Konzepte greifen.“

„Es dreht sich alles um Betreuung“, betont Horst Jung, „um intensive Betreuung für die Asylbewerber. Das sind ganz simple Dinge.“ Der Bürgerverein Am Hanholz sammelt Unterschriften. Der Wortlaut: „Damit die Anwohner im Wohngebiet Hanholz wieder in Ruhe, Frieden und Ordnung leben können, unterstützen wir die Forderung des Bürgervereins an die Politik und Stadtverwaltung, die Asylbewerber in der Unterkunft Ludgerusstraße zusätzlich professionell zu betreuen.“

Aufgebracht sind die Hanholzer, weil „es nicht sein darf“, so Günter Cramer, „dass zwei Betreuungskonzepte greifen“. Für die künftige Landesunterkunft in der ehemaligen International School hatte Andreas Happe von der Düsseldorfer Bezirksregierung zugesagt: Es wird einen geprüften Sicherheitsdienst geben und eine professionelle Betreuung für die „Landes“-Flüchtlinge. Beides vermissen jene Männer vom Bürgerverein, die gestern im Clubheim des TC Blau-Weiß ihr Anliegen vorstellten.

„Es geht nicht gegen Asylbewerber“, sagt Horst Jung. Und Günter Cramer ergänzt: „Wir wollen nicht in die rechte Ecke gestellt werden.“ Aber für das Bürgeranliegen – „Ruhe, Frieden und Ordnung“ – sei Betreuung der „städtischen“ Flüchtlinge im Haus Ludgerusstraße das Wichtigste, so Helmut Stypa.

En detail nennen die Nachbarn des Asylbewerberheims eine ganze Reihe von Beschwernissen: „Die Anlage sieht aus wie ein Müllhaufen“, sagt Siegfried Kronenberg. Stadtbedienstete schneiden zwar die Bäume, ignorierten aber überquellende Container. „Unter der Fluchttür wird gegrillt“, so Kronenberg weiter. Helmut Stypa bringt’s so auf den Punkt: „Um 16 Uhr ist dort open house, wenn die Betreuung endet.“ Hausmeister und Sozialarbeiter fehlt’s aus Sicht der Hanholzer vom Bürgerverein an Autorität. Und die Stadtwacht? Sie fahre im Auto durch die Ludgerus­straße. Das sei keinesfalls Präsenz-Zeigen, moniert Horst Jung. „Das Verhalten der Stadtwacht ist für mich unbegreiflich.“

Positives Gegenbeispiel in Ratingen

Die Heiligenhauser sehen ein positives Gegenbeispiel in der Nachbarstadt Ratingen: Horst Jung zeigt die – zuvor ebenfalls heftig umstrittenen – Asylbewerber-Häuser Am Gratenpoet: „Picobello.“ Dort sei für eine vorbildliche Betreuung gesorgt. „Unsere Hausmeister werden angespuckt“, sagt Horst Jung. Junge Familien im Heim Ludgerusstraße seien willig. Er vermutet wenige Wortführer dort, „die andere schikanieren“.

Helmut Stypa hat das Anliegen der Hanholzer auch in der Interessengemeinschaft der Heiligenhauser Bürgervereine vorgetragen. Er sagt: „Alle Heiligenhauser sollen die Last tragen.“ Die Stadt hat aus seiner Sicht die Möglichkeit, ihre „städtischen“ Flüchtlinge dezentraler unterzubringen. Denn mit den in Privatwohnungen lebenden Flüchtlings-Familien – auch diese Erfahrung haben die Hanholzer gemacht – gebe es keinerlei Probleme.