Halsbänder aus Heiligenhaus

Jutta Degner hat ruckzuck ein paar Zentimeter Hundehalsband geknotet
Jutta Degner hat ruckzuck ein paar Zentimeter Hundehalsband geknotet
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Hundehalterin Jutta Degner hat das Knotfieber gepackt. Aus Fallschirmseilen stellt die Heiligenhauserin kunterbunte Unikate für Vierbeiner her.

Heiligenhaus..  Lilly ist ein gefragtes Model. Geduldig lässt sich die Zweijährige nicht nur ein Schmuckstück nach dem anderen um den Hals – sondern auch noch an die Leine legen. „Das ist unsere Winterleine, die leuchtet in der Dunkelheit“, erklärt Jutta Degner und lässt den Karabinerhaken am Halsband zuschnappen. Lilly blickt ihr Frauchen erwartungsvoll an. Auf Gassi-Tour geht es für den Labrador-Mischling jetzt aber nicht. Vielmehr zeigt Jutta Degner ihre neuen Werke am schwanzwedelnden Model. Seit ein paar Wochen hat sie das Knotenfieber gepackt. Aus bunten Nylonschnüren, den Paracords, knüpft die 44-Jährige nicht nur Hundeleinen und Halsbänder, sondern auch Schlüsselanhänger und Armbänder.

Die Idee aus bunten Seilen und Knoten Halsbänder für Hunde zu kreieren, kam der Heiligenhauserin beim Surfen im Internet. Auf einem Foto entdeckte sie ein selbstgeknotetes Halsband und begab sich auf Recherche. Inzwischen türmen sich auf Jutta Degners Arbeitstisch Kunststoff-Bänder in alle Farben. „Diese hier leuchten im Dunkeln, die anderen da haben reflektierende Elemente“, erklärt sie. Ihr Material bezieht die begeisterte Knotenmacherin von einem niederländischen Fachgeschäft, das die Ware wiederum direkt in den USA bestellt.

Ursprung in den USA

Genau dort wurde das Paracord auch entwickelt. Parachute Cords sind Fallschirmleinen, ein dünnes, leichtes Kernmantel-Seil aus Nylon. Es wurde ursprünglich als Fangleine bei amerikanischen Fallschirmen im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Nach dem Absprung konnten die Fallschirmjäger die Seile meist für viele andere Zwecke nutzen.

Die leichten Leinen und ihre vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten sind Teil eines Trends, der immer mehr Hundebesitzer erfasst. „Vor Ort sehe ich die Halsbänder noch selten“, sagt Jutta Degner. Kürzlich war die Hundehalterin bei einem Labrador-Treffen in Düsseldorf – dort scheint der Trend schon bei mehr Hunde-Freunden angekommen zu sein. Ihren kunterbunten, selbstgeknoteten Hundeschmuck verschenkt die Heiligenhauserin an befreundete Hundebesitzer. „Das sind schöne Mitbringsel, außerdem ist jedes Teil ein Unikat“, sagt sie.

Mit Hand und Herz geknüpft. Denn für so ein Halsband braucht man neben mehreren Metern Nylonseil, je nach Knotenart auch mehrere Stunden Arbeitszeit. Zeit, die Jutta Degner gerne für ein besonderes Geschenk investiert. „Beim Knoten kann man auch ganz gut entspannen“, sagt sie und lacht. Auch wenn die 44-Jährige eigentlich gar keine rechte Strickliesel ist, macht es ihr Spaß, Dinge selbst herzustellen.

Während sie von ihrem neuen Hobby erzählt, knotet sie ruckzuck zwei Zentimeter eines neuen Halsbandes. Den Basisknoten hat sie drauf. Jutta Degner blättert in einem Buch und zeigt ein paar kompliziertere Techniken. Bis da der sprichwörtliche Knoten platzt und Degner die neue Knüpfart verinnerlicht hat, kann es manchmal etwas dauern. Die kunterbunten Ergebnisse verknüpfen Hund und Herrchen dann aber auf eine ganz neue Art.