Haftstrafen für Heiligenhauser Sparkassenerpresser

Nachdem im Dezember vorigen Jahres ein verdächtiger Gegenstand in der Kreissparkasse  an der Hauptstraße gefunden wurde, sperrte die Polizei das Gebäude ab. Zahlreiche Streifenwagen rückten an.
Nachdem im Dezember vorigen Jahres ein verdächtiger Gegenstand in der Kreissparkasse an der Hauptstraße gefunden wurde, sperrte die Polizei das Gebäude ab. Zahlreiche Streifenwagen rückten an.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Zwei Angeklagte versuchten Anfang Dezember 2,5 Millionen Euro von der Kreissparkasse zu erpressen. Muster war eine ebenso gescheiterte Tat in Hamm.

Düsseldorf / Heiligenhaus..  Sie hatten mit einer ganzen Bombenserie gedroht und wollten so die Kreissparkasse um 2,5 Millionen Euro erpressen. Dabei schickten sie ihre Droh-Mails einfach vom eigenen Computer zu Hause. Das Landgericht Düsseldorf hat gestern einen vielfach vorbestraften Angeklagten (43) aus Heiligenhaus wegen versuchter räuberischer Erpressung zu vier Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen den jüngeren Komplizen, einen zuvor unbescholtenen Handwerker, verhängten die Richter 22 Monate Haft, ausgesetzt zur Bewährung.

Komplize war Kunde der Sparkasse

Der Ältere hat zugegeben, in einer Freitagnacht seine Drohungen am Laptop des Jüngeren verfasst zu haben. Über das Wochenende deponierten dann beide im frei zugänglichen Automatenfoyer der Filiale an der Hauptstraße zwar keine Bomben, aber Einkaufsbeutel mit Säuren, Düngemitteln und Schrauben. Sie fuhren im Geländewagen des Handwerkers vor, der bei der Bank Geschäftskunde war.

Beide gaben an, nicht mit einem Erfolg gerechnet zu haben: „Wir haben uns da bei Gesprächen in was rein gesteigert“, sagte der Ältere. Sie hätten sich vor Jahren bei Hundespaziergängen angefreundet.

Dabei folgt die Erpressung dem Muster einer 15 Jahre zurückliegenden Tat des Älteren in Hamm: Der hatte versucht, mit Bombendrohungen einen Freund aus dem Gefängnis freizupressen – und war dafür zu mehr als vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Im aktuellen Fall hatten die Fahnder schon die Spur der Angeklagten, als das Bombenkommando am Montagmorgen noch die Bankräume durchkämmte: Laut einer Quittung in einer der Einkaufstüten hatte der Ältere auf die Karte seiner Frau Rabattpunkte gut schreiben lassen. Beim Säurekauf hatte er seinen Ausweis gezeigt. Die Herkunft der E-Mail war ohnehin klar. Am Tag nach der Tat wurden beide von Sondereinsatzkommandos festgenommen.

Das Gericht ging bei dem 43-Jährigen nur um einen Monat über den Antrag der Verteidigung hinaus. Anwalt Markus Heinen hatte auf das Geständnis seines Mandanten schon bei der Polizei verwiesen: „Er will reinen Tisch machen.“

Anwalt Christoph Pipping stellte heraus, dass der Jüngere seine eigene Familie durch die Tat geschädigt habe. So habe die Bank die Kosten der Schließung zur Bombensuche, 15 000 Euro, einfach vom Konto des Handwerkers eingezogen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Den jüngeren Angeklagten setzten die Richter auf freien Fuß.