Habig geht auf Nummer sicher

Roswitha Habig ist ehrenamtlich als Sicherheitspartnerin für Senioren aktiv.
Roswitha Habig ist ehrenamtlich als Sicherheitspartnerin für Senioren aktiv.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Roswitha Habig gehört zu den 100 Seniorensicherheitsberatern im Kreis. Sie steht Älteren mit Rat und Tat zur Seite.

Heiligenhaus..  Ob Enkeltrick, falscher Handwerker oder betrügerische E-Mails: Roswitha Habig ist allzeit auf der Hut. Erst recht, seit sie ein echtes „Ass“ ist. Mit einem (Karten-)Spiel hat ihre Aufgabe jedoch nichts zu tun, sondern mit Prävention. Die Heiligenhauserin ist eine von 100 ehrenamtlichen Seniorensicherheitspartnern im gesamten Kreisgebiet. Die ausgebildeten „Asse“ informieren und sensibilisieren in Nachbarschaft, Freundeskreis und Verwandtschaft zum Thema Sicherheit. „Wir sind dafür da, uns selbst und andere Senioren zu schützen“, erklärt die 64-Jährige. Dabei übernimmt sie eine Beraterfunktion, gibt Tipps und wichtige Telefonnummern und Kontaktadressen weiter. „Wir wollen nicht bevormunden oder gar Hilfspolizei spielen“, sagt sie. Als „Ass“ will sie anderen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

„ASS!“ ist seit acht Jahren ein fester Bestandteil der verkehrs- und kriminalpolizeilichen Präventionsarbeit in den zehn Städten des Kreises Mettmann. Ziel des Aktionsbündnisses ist, die Opferzahlen bei Unfällen, Trickbetrügereien und Einbruchdiebstählen zu reduzieren. Wie schnell man sich in die Falle locken lassen kann, hat Roswitha Habig schon am eigenen PC, am Telefon oder an der Haustür erlebt. Da tauchten plötzlich echt aussehende Nachrichten mit betrügerischen Absichten auf, versprach man ihr am Telefon einen Gewinn oder wollte ihr an der Haustür Handwerkerleistungen verkaufen. Die Heiligenhauserin war für die Trickbetrüger nicht zu knacken. Andere Senioren sind jedoch oft weniger misstrauisch, wollen helfen oder einfach nur freundlich sein. Ihre eigenen Erlebnisse motivierten die Rentnerin dazu, eine Ausbildung zur Sicherheitspartnerin zu machen – um sich selbst und anderen helfen zu können. Ihre ehrenamtlichen Aktivitäten begrenzen sich derzeit noch auf Nachbarschaft und Freundeskreis, dort spricht sich über ihre Aufgange als Sicherheitspartnerin, macht auf potenzielle Gefahren aufmerksam. Gemeinsam mit anderen „Assen“ und der Polizei möchte sie zukünftig auch an Infoständen mit den Senioren ins Gespräch kommen. Wer sich gerne von Roswitha Habig beraten lassen möchte, kann telefonisch Kontakt mit ihr aufnehmen ( 0172/2110456).

Trickbetrügereien an der Haustür

Vorher hat sie aber schon einen Tipp für alle: „Unbekannte nie ins Haus lassen.“ Sie blättert dabei in einer Broschüre und zählt sämtliche dort aufgeführten Trickbetrügereine an der Haustür auf. Vom falschen Sparkassen-Mitarbeiter bis zum Betrüger im Polizeikostüm – um gerade ältere Leute um ihr Vermögen zu bringen, lassen sich Kriminelle vieles einfallen.

Bei der Ausbildung zum „Ass“ geht es jedoch nicht nur um Trickbetrügereien. Auch das umsichtige Verhalten im Straßenverkehr, als Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer ist Teil der Ausbildung. In der Habig und die anderen Asse auch lernen, wer im Notfall hilft und wie diese Helfer schnell zu erreichen sind. Ob Sehtest, Nutzung des E-Bikes oder von Fahrradhelmen: Wer im Alter noch aktiv am Straßenverkehr teilnimmt, sollte sein eigenes Verhalten immer wieder überprüfen. „Schon alleine aus Selbstschutz“, rät Habig. Das ist ihr eine Herzensangelegenheit.