Gymnasiasten hören die Rechtfertigungen Adolf Eichmanns

Die Fachschaft Geschichte des Immanuel-Kant-Gymnasiums hat für die Oberstufe für Montag, 9. März, eine besondere Veranstaltung der Hannoverschen Kammerspiele organisiert. Unter dem Motto „Arzt hätt‘ ich nicht werden dürfen“ zeigt diese szenische Lesung in der Aula des IKG Auszüge aus den Verhörprotokollen Adolf Eichmanns.

Der SS-Obersturmbannführer war seit 1941 als Leiter des „Referats für Juden- und Räumungsangelegenheiten“ an zentraler Position mitverantwortlich für die Ermordung von sechs Millionen Menschen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges tauchte er zunächst in Deutschland unter und floh 1950 nach Argentinien. Im Mai 1960 wurde er vom israelischen Geheimdienst Mossad entführt und nach Israel gebracht, wo er verhört wurde und ihm der Prozess gemacht wurde. 1962 wurde er zum Tode durch den Strang verurteilt und hingerichtet.

Die szenische Lesung zeigt die Rechtfertigungen Eichmanns, eines Mannes, der jegliche Verantwortung für seine Menschheitsverbrechen von sich weist. Deutlich wird so ein Prototyp der Untertanenmentalität: Er habe nur Befehle ausgeführt und nie einen Menschen getötet. Ergänzendes Originalmaterial wie Liedtexte, Briefe oder Anordnungen der NSDAP-Parteileitung stellt Eichmanns Aussagen in einen umfassenden zeitgeschichtlichen Kontext. Im Anschluss an die Lesung wird es Gelegenheit zur Diskussion geben. Die Inszenierung macht historische Zusammenhänge deutlich und stellt zugleich die Frage nach dem Heute.