Gospel-Benefiz-Konzert in Heiligenhauser Aula

Janet Camus gründete den Verein „Voices of Sierra Leonean and Liberian Women“. Sie ist Veranstalterin des Gospel-Benefiz-Konzertes am 27. Juni in der IKG-Aula.
Janet Camus gründete den Verein „Voices of Sierra Leonean and Liberian Women“. Sie ist Veranstalterin des Gospel-Benefiz-Konzertes am 27. Juni in der IKG-Aula.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Janet Camus gründete in Heiligenhaus den Verein „The Voices . . .“, um Waisen und alleinstehenden Frauen in Liberia und Sierra Leone zu helfen.

Heiligenhaus..  Noch ist es wohl der unbekannteste unter den Heiligenhauser Vereinen. Aber das könnte sich am Samstag, 27. Juni, ändern, wenn um 19.30 Uhr in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums das Benefiz-Konzert beginnt. Dann singt der New Life Gospel Choir – „aus meiner Kirche“, wie Janet Camus sagt – zugunsten des Vereins „Voices of Sierra Leonean & Liberian Women“, gegründet im April 2012 in Heiligenhaus.

„Ich komme aus beiden Ländern“, sagt Janet Camus, „ich bin in Sierra Leone und Liberia aufgewachsen. Heute bin ich Deutsche“, so die 45-Jährige lachend. Mit ihrem deutschen Ehemann kam sie vor 21 Jahren nach Deutschland und lebt seit nun zwölf Jahren in Heiligenhaus – als Teil einer globalen westafrikanischen Familie: „Eine Schwester lebt in England, ein Bruder in Kanada.“

Die dunkelsten Kapitel ihrer beiden Heimatländer verfolgte sie aus der Distanz. Seit 1990 der Rebellenführer Charles Taylor seinen ebenfalls diktatorischen Vorgänger stürzte, versank das „Land der Freien“ in grausamen Bürgerkriegen, die auch auf das Nachbarland Sierra Leone übergriffen. Die Wende zur Demokratie kam erst vor zehn Jahren mit der Wahl von Ellen Johnson Sirleaf, der in Harvard geschulten ersten Präsidentin eines afrikanischen Staates.

„Sie ist eine gute Frau“, meint auch Janet Camus voller Überzeugung. Alleinstehenden Frauen und Waisen will der von ihr gegründete Verein helfen. Janet Camus ist selbst als Halbwaise aufgewachsen; ihre Mutter starb, als sie erst zwei Jahre alt war. Ihr Vater hinterließ ihr den Grundstock für künftige Projekte: ein großes Grundstück am Rande der liberianischen Hauptstadt Monrovia.

„Wir wollen zuerst ein Heim aufbauen.“ Waisenkinder, deren Zahl durch die Ebola-Epidemie des Vorjahres noch zugenommen hat, sollen nicht mehr auf der Straße leben müssen. Die selbst kinderlose Janet Camus weiß aber auch: In der afrikanischen Gesellschaft sind kinderlose Frauen oft schutzlos auf sich gestellt.

Heilung nach der Ebola-Katastrophe

Die Idee der 45-jährigen: Waisen und alleinstehende Frauen sollen zusammen finden. „Wir wollen, dass sie ein Familienleben haben.“ Die gläubige Christin sagt: „Nicht jeder hat ein gutes Herz für andere Menschenkinder.“ Noch ist „The Voices of Sierra Leonean & Liberian Women NRW e.V.“, so der vollständige Vereinsname, im Stadium des Spendensammelns. Noch steht auf dem ererbten Grundstück des Vaters von Janet Kamara Camus nur ein Haus, „für die Leute, die aufpassen“. Aber die Vereinsgründerin ist zuversichtlich: „Das ist Afrika; so teuer ist Bauen dort nicht.“

Mit dem Chor ihrer Düsseldorfer Freikirche – dem New Life Gospel Choir – ist ein Anfang bereits gemacht: Denn das kommende Benefiz-Konzert ist nur in Heiligenhaus das erste seiner Art. In Düsseldorf, Ratingen und Oberhausen gab es bereits Konzerte. Die Chorsängerinnen und Sänger und die auch für R’n’B-Sessions gefragte Solistin Shondell Mims „spenden mit ihren Stimmen“, wie Janet Camus sagt.

Der Samstag-Abend in der IKG-Aula soll aber nicht nur Geld einbringen. Die Heiligenhauserin aus Liberia / Sierra Leone möchte auch deutsche Mitglieder für ihren „The Voices . . .“-Verein gewinnen. Der Bürgermeister ist eingeladen und ihr Onkel, er ist der Botschafter Liberias in Brüssel. Er kann vom schwierigen Weg der Heilung seiner Heimat nach der Ebola-Katastrophe berichten.