Gefahr am Bürgersteig

Die Anwohner aus Hofermühle sind besorgt: Weil das Erdreich immer weiter auf den Bürgersteig der Ratinger Straße rutscht, fühlen sich die Fußgänger nicht mehr sicher.
Die Anwohner aus Hofermühle sind besorgt: Weil das Erdreich immer weiter auf den Bürgersteig der Ratinger Straße rutscht, fühlen sich die Fußgänger nicht mehr sicher.
Foto: Heinz-Werner Rieck
Was wir bereits wissen
Anwohner kreiden den Gehweg an der Ratinger Straße an. Abrutschendes Erdreich und Gestrüpp machen den Bürgersteig immer schmaler.

Heiligenhaus..  Es ist kein schöner Tag, an dem sich Anwohner aus der Hofermühle an der Ratinger Straße versammelt haben. Beharrlich regnet es aus einem dunkelgrauen Himmel. Gabriele Moser lässt sich davon jedoch nicht abhalten, mit Straßenkreide ein dickes rotes Kreuz auf den Bürgersteig zu malen. Denn der sollte nach Ansicht vieler Anwohner der Hofermühle wieder in einen begehbaren Zustand versetzt werden. Seit Jahren rutscht das Erdreich vom Hang neben der Straße auf den dadurch immer schmaler werdenden Gehweg.

Während von der einen Seite das Gestrüpp auf den Bürgersteig wuchert, rauschen auf der anderen Seite nur wenige Zentimeter entfernt die Autos über die viel befahrene Ratinger Straße. Wenn sich hier zwei Lkw begegnen, wird es gelegentlich so eng, dass der Fußweg überfahren wird, berichten Moser und andere Anwohner.

„Der Gehweg war hier mal fast zwei Meter breit“, sagt Gabriele Moser. Mit einem Spaten hat sie ein Stück Erdreich abgetragen, um zu zeigen, wie breit der Fußgängerbereich einmal war. Inzwischen ist er fast auf die Hälfte geschrumpft. Nebeneinander können hier keine zwei Menschen entlang laufen.

Viele Eltern lassen ihre Kinder deshalb nicht mehr den Weg zur Bushaltestelle gehen. So wie Gabriele Moser. Ihr Sohn ist 15, autistisch und muss jeden morgen um 6.45 Uhr den Bus nehmen. Weil den Mosers der wenige hundert Meter lange Fußweg zur Haltestelle zu gefährlich ist, bringen sie ihn notgedrungen mit dem Auto zum Haltepunkt. Auch Iris Frontzek lässt ihre zwölf und vierzehn Jahre alten Kinder nicht an der Ratinger Straße entlang laufen. Es kommt öfter vor, dass der Bus nach Schulschluss nicht in der Hofermühle anhält und die Schulkinder aus dem Ortsteil erst in Ratingen aussteigen lässt. In diesen Fällen bahnen sich die Kinder von Clarissa Freudewald ihren Weg durch die Felder Richtung Hofermühle.

Denn zu Fuß an der Ratinger Straße entlang zu gehen, wäre viel zu riskant. „Gerade im Winter ist es hier brandgefährlich“, sagt Clarissa Freudewald. Mit ihren kleinen Schützlingen auf Zeit meidet die Tagesmutter die Ratinger Straße komplett. Bisher sei hier glücklicherweise noch kein Fußgänger zu Schaden gekommen, berichten die Anwohner. Der Grund dafür liegt für sie auf der Hand: „Alle meiden den Gehweg“.

Vor allem die älteren Bewohner des Ortsteils nehmen sich lieber ein Taxi in die Innenstadt, als ein paar Meter zur Bushaltestelle zu laufen. „Wir wollen keinen neuen Gehweg. Wir möchten lediglich, dass der Fußweg endlich wieder frei gemacht, ausgebessert und danach regelmäßig gepflegt wird“, fordern Gabriele Moser und die anderen. Zahlreiche Anrufe bei Verwaltung und Landesbetrieb brachten bisher keinen Erfolg. Ab und zu stutzen die Anwohner das wuchernde Unkraut deshalb selbst. „Dabei hängt man allerdings halb auf der Straße“, so eine Bürgerin.