Gedenken an den Ersten Weltkrieg im Heiligenhauser Club

Eine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg in Kooperation mit den Partnerstädten Meaux und  Basildon wurde jetzt im Club eröffnet. Federführend dabei (v.l.): Jonas Lagos aus Velbert, Lisa Smith (Basildon) und Jonathan Horst aus Heiligenhaus.
Eine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg in Kooperation mit den Partnerstädten Meaux und Basildon wurde jetzt im Club eröffnet. Federführend dabei (v.l.): Jonas Lagos aus Velbert, Lisa Smith (Basildon) und Jonathan Horst aus Heiligenhaus.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In der Wanderausstellung „Forget Never, Oublier Jamais, Vergessen Niemals“ erinnen drei Partnerstädte an den Ersten Weltkrieg.

Heiligenhaus..  Ein Soldat sitzt auf dem Boden. Die Knie bis zum Kinn gezogen und die Hände in seinen lockigen Haaren vergraben. Das Gesicht bleibt verborgen. Was dafür zu sehen ist, ähnelt einer feinen Schicht Asche, die den Körper des vom Krieg gezeichneten Soldaten überzieht.

„Will it ever End“ so der Titel des großen Gemäldes und die quälende Frage nach einem Lichtblick im Schützengraben an der Front des Ersten Weltkrieges. „Forget Never, Oublier Jamais, Vergessen Niemals“ ist eine Ausstellung im Club über die Schrecken des Krieges, aber auch über Freundschaft und Verzeihen.

„Die Zeit ist reif unsere gemeinsame Geschichte zu reflektieren. Unsere Freundschaft zeigt, wie weit wir gekommen sind“, findet Künstlerin Lisa Smith. Sie steuerte nicht nur eigene Bilder zur Wanderausstellung bei, sondern schuf auch mit Schulklassen aus Basildon Kunstwerke zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg. Keines dieser Bilder wirkt anklagend. Sie spiegeln viel mehr die Verzweiflung und die Verluste aller Nationen wieder.

Eines von Smiths Werken ist beispielhaft für die Botschaft der Ausstellung und dem Tenor der Eröffnungsfeier. Vier Soldaten stehen in Reih und Glied. Jeder von ihnen trägt eine schwere Gasmaske, die das Gesicht unter sich begräbt. Auch wenn sich der Betrachter noch so sehr anstrengt, eine bestimmte Nation ausfindig zu machen, er wird es nicht schaffen. „Man kann nicht erkennen, woher sie kommen. Ohne ihre Uniform sind sie alle nur eines. . .Menschen“, beschreibt Bürgermeister Dr. Jan Heinisch, der die Ausstellung im Club eröffnete. Es sind Söhne, Väter, Ehemänner, die plötzlich zur Front berufen wurden und von denen viele nicht nach Hause zurückkehrten. Die Ausstellung macht keine Unterschiede – sie verbindet.

Neben den Soldaten-Schicksalen sind auch die drei Partnerstädte Meaux, Basildon und Heiligenhaus verbunden. „Wir wollen zeigen, wie sich die Städte in den letzten hundert Jahren entwickelt haben. Keine Stadt wird in einer bestimmte Ecke geschoben, sondern wurden vermischt“, erklärt Smith. Aus diesem Grund steht der Aufsteller von Weltkriegspilot Albert Kiekert, neben dem seiner Kollegen Louis Vallin aus Meaux und George Burnett aus Basildon. Außerdem soll die Ausstellung auf ihrer Wanderschaft immer weiter wachsen. „Wir sammeln die Exponate im März wieder ein und werden sicher auch etwas aus Heiligenhaus mitnehmen“, freut sich Smith. 2018 jährt sich das Kriegsende zum hundertsten mal, dann sollen die gesammelten Werke zu einem großen Ganzen verschmelzen – zu einer gemeinsamen Geschichte eben.