Für Umbau der Heiligenhauser Hauptstraße gilt alter Gebührensatz

Der zukünftige Ausbau der Hauptstraße in östlicher Richtung soll bald erfolgen. Eine Interessengemeinschaft wehrt sich gegen die Ausbaupläne.
Der zukünftige Ausbau der Hauptstraße in östlicher Richtung soll bald erfolgen. Eine Interessengemeinschaft wehrt sich gegen die Ausbaupläne.
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Was wir bereits wissen
Bei der erneuten Gesprächsrunde mit Gegnern des Hauptstraßen-Umbaus kündigt die CDU an, der geplanten Erhöhung nicht zuzustimmen.

Bürgermeister Jan Heinisch stand der Interessengemeinschaft gegen dem Umbau der Hauptstraße am Donnerstagabend erneut Rede und Antwort. Konkrete Zahlen, welchen Kosten auf jeden Haus- und Grundstücks-Eigentümer nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) zukommen, konnte er nicht nennen. Dafür nahm er den Technischen Beigeordneten in Schutz: „Herr Flügge nannte die Zahlen 70:30, weil es eine Vorlage zur Erhöhung der Gebühren gab. Es ist die Frage, ob es bei den alten Sätzen bleibt.“

Die Antwort kam postwendend von Manfred Gries, CDU-Ratsmitglied und Vorsitzender des Stadtentwicklungsauschusses: „Wir werden dieser Vorlage mit der Erhöhung nicht zustimmen. Es ist nur fair, die Mitte der Hauptstraße zu den Sätzen abzurechnen, die damals den Leuten gesagt wurden. Ich denke, dass die anderen Fraktionen auch so beschließen werden.“

„Schöne“ Straße wäre zu teuer

Die Beibehaltung des alten KAG-Satzes bezeichnete Dieter Alberti, Anwohner der oberen Hauptstraße, als einen „guten Start“, fügte aber hinzu, das die Kosten nicht alle Anwohner bezahlen können. Auch wenn die Westfalenstraße entgegen seiner falsch verstanden Äußerung in der Vorwoche doch Lebensqualität in die Hauptstraße gebracht habe, so möchte er die obere Hauptstraße als „funktionierende Straße“ behalten: „Wir brauchen keine ‘schöne’ Straße, die Kosten sind mir dafür zu hoch.“

Heinisch versprach, den Vorstellungen von zusätzlichem Parkraum entgegen zu kommen. Er sieht die Bauarbeiten als unumgänglich an, weil die Erneuerung der Versorgungsleitungen definitiv fällig ist. Erst kürzlich kostete ein Wasserrohrbruch die Stadtwerke immerhin 30 000 Euro. „Früher hat sich an diese Arbeiten niemand heran getraut, weil es keine Ausweichmöglichkeit für den Durchgangsverkehr gab.“ In diesem Zusammenhang können die Versorger zur Wiederherstellung der Straßenoberfläche finanziell herangezogen werden. „Wenn wir fünf Jahre warten, ist das Geld weg.“

Der obere Abschnitt zwischen Wülfrather Straße und Sachsenstraße soll einen markierten Radweg erhalten und normale Gehwegplatten. „Wir würden vorschlagen, Parkraum, wie es bisher immer war, an der rechten Seite anzulegen“, lautete Heinischs Vorschlag. „Im Ausschuss wurde beschlossen, links zwölf Parkplätze zu schaffen. Wenn wir die Ideen weiter ziehen, können bis zur Bahnhofstraße weitere zwölf geschaffen werden. Zwei Bäume fallen weg, dann haben wir nicht 50, sondern 74 Parkplätze.“

Unterschiedliche Interessen der Anlieger

Im unteren Bereich tut sich der Bürgermeister schwer, auf der linken Seite zusätzlichen Parkraum zu schaffen. Hier soll der Platz vor der katholische Kirche optisch in die Fahrbahn hineinragen. „Dann fahren die Leute langsamer, das zeigt bereits vor der Sparkasse.“

Die geplanten Taxistände können nach seiner Meinung wegfallen, außerdem bietet der Bürgermeister an, den Verwaltungsparkplatz an der Linderfeldstraße der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und durch eine „Loev“ mit der Hauptstraße zur verbinden – unter Zustimmung der Eigentümer. Auf die Forderung nach mehr Parkplätzen an dieser Stelle der Hauptstraße gab Heinisch zu bedenken, dass es unterschiedliche Interessen gibt: „Der eine braucht für den Kofferraumeinkauf den Parkplatz vor dem Laden, die Gastronomen jedoch den breiten Bürgersteig, um Tische und Stühle nach draußen zu stellen.“

IG-Sprecherin Monika Milz suchte nach Einsparungen beim Pflaster. „Der Unterschied zwischen Pflaster und Asphalt macht nur zehn Euro pro Quadratmeter“, fand Mario Rieder von der Verwaltung heraus, auch der Zeitunterschied beim Verlegen sei nicht signifikant. Heinisch riet zur Fortführung der Optik: „Sonst sieht es so aus, was würde hier die Innenstadt aufhören. Das kann nicht im Interesse der Geschäftsleute sein.“