Für Deutschland - und für Schweden

Für Frauenfußball konnte sich meine liebe Tante Jutta schon immer begeistern. Den Ball mag sie selbst zwar nicht mehr treten – sollte sie auch besser nicht mit nun 80 Lebensjahren und nach einer Hüftoperation – aber den glanzvollen Weg der deutschen Nationalmannschaft hat sie genauestens verfolgt. Und den der schwedischen Elf.


Denn Tante Jutta lebt seit nun über 60 Jahren in Göteborg. Entsprechend hin- und hergerissen war sie beim „Midsommar“-Match der Deutschen gegen die Schwedinnen im fernen Ottawa. Den Anschlusstreffer der Blau-Gelben hat sie ebenso bejubelt wie zuvor die ersten drei Tore der Deutschen.


Und ihre beiden Söhne hatten sich sicherheitshalber selbst dazu verdonnert, das mutmaßlich dramatische Match gemeinsam auf der Couch anzusehen. „Wir müssen doch aufpassen“, meinte mein Cousin Mats am Telefon, „dass unsere Mutti sich nicht zu sehr aufregt“.


Ist alles gut gegangen. Tante Jutta braucht zwar zur Zeit noch einen Gehstock – aber die guten Kosta Boda-Gläser hat sie trotz aller Aufregung nicht zerschlagen.