Frühjahrsputz im Heiligenhauser Freibad

Großes Reinemachen im Heljens Bad: „Wasser marsch“ für ein sauberes Becken.
Großes Reinemachen im Heljens Bad: „Wasser marsch“ für ein sauberes Becken.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Heljens Bad laufen die Vorbereitungen auf die Saison auf Hochtouren. Zum 1. Mai soll das Außengelände fit sein für den Sommer.

Die Sonne strahlt von einem kobaltblauen Himmel, der sattgrüne Rasen ist frisch gemäht. Zur perfekten Freibad-Idylle fehlt jetzt nur noch eines: das Wasser. Damit pünktlich zum 1. Mai die Freiluftschwimmer ihre Eintritt-Chips in die Drehschranke stecken können, hat Dominic Gerstendorf trotzdem noch viel zu tun. Der Badmitarbeiter macht seit Anfang März den 20 000 Quadratmeter großen Außenbereich des Heljens Bades saisonfähig.

Gerstendorf schiebt sich seine Sonnenbrille über die Augen, blickt über die weite Anlage und erklärt, was hier jährlich zu tun ist. Azubi Niels Siebert reinigt unterdessen mühevoll von Hand die Becken-Fliesen. Gerstendorf ist froh, heute Unterstützung zu haben. Denn die meisten Arbeiten im Freibad erledigt er seit Jahren im Alleingang. Alleine eine Woche dauerte es, im März die 2500 Kubikmeter Wasser aus dem größten der drei Becken abzupumpen.

In den Rinnen lauern Kadaver

Als vor zehn Jahren der defekte Ablaufschieber am tiefsten Punkt des Beckens nur durch eine teure Reparatur gerettet werden konnte, wurde er aus Kostengründen schlicht zubetoniert. Seither übernimmt eine Pumpe seine Arbeit – und das dauert. Die wasserfreien Becken kontrolliert Gerstendorf anschließend auf Frostschäden, lässt gesprungene Fliesen und defekte Fugen von einem örtlichen Fachbetrieb ersetzen. Fette, Schmieren, Überreste von Schminke und Kalk spritzt der Badmitarbeiter mit alkalischen und sauren Reinigungsmitteln ab.

In den Überlaufrinnen lauert bei der Reinigung auch so mancher Kadaver. Neben Blättern, Ästen und toten Insekten, die sich dort im Winter verfangen haben, findet Gerstendorf dort regelmäßig tote Mäuse. Auch die Freibadbecken selbst werden im Winter größeren Säugetieren zum Verhängnis. Beim Frühjahrsputz stoßen Gerstendorf und seine Kollegen immer wieder auf pelzige Wasserleichen: Kaninchen.

Warum die Mitarbeiter das nicht verhindern und die Tausende Kubikmeter Freibadwasser vor dem Winter ablassen, liegt auf der Hand. Der Frost bringt die umgebende Erde und die Fliesen zum Ausdehnen. „Das hebelt uns das wasserlose Becken hoch“, erklärt Gerstendorf. Es gäbe Risse, die Fliesen sprengen – der Reparaturaufwand wäre enorm. So geschehen vor zwei Jahren als es noch einmal späten Frost gab, das alte Wasser aus den Becken aber schon verschwunden war. „Im Zweifelsfall fange ich lieber eine Woche später mit den Vorbereitungen an“, sagt Dominic Gerstendorf. Im Zweifelsfall öffnet das Freibad dann aber auch eine Woche später.

Wetter und Wasserproben

In diesem Jahr liegt Dominic Gerstendorf gut in der Zeit. Die gröbsten Arbeiten sind erledigt. Filter und Pumpen sind für ihn neben der Einhaltung des Zeitplans die Herausforderungen. „Wenn die funktionieren, habe ich vor allem anderen keine Angst mehr“, sagt er.

Bis die ersten Freibadgäste kommen, gilt es noch viele Dinge anzupacken. Zum Beispiel die 30 Mülltonnen und die zahlreichen Holzbänke, die die Nutzer später überall auf dem riesigen Gelände finden. Das Areal ist so groß, dass ein Fachbetrieb alleine einen Arbeitstag benötigt, um mit einem Spezialtrecker den Rasen zu mähen.

Rutschen, Sprungturm und Spielgeräte werden auf ihre Sicherheit geprüft. Zum Wochenende hin soll auch das kleinere Becken wieder mit Wasser befüllt werden. Wenn dann die Chlorgasanlage funktioniert, muss nur noch das Hygieneinstitut seine Zustimmung zur Öffnung des Freibads geben. Fallen die Wassertests gut aus, dürfen die Heiligenhauser zum 1. Mai auch die ersten Bahnen der Freibadsaison 2015 ziehen – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit