Folkwang-Studenten gestalten Liederabend in Heiligenhaus

Die jungen Talente überzeugten das Publikum in der Dorfkirche Isenbügel.
Die jungen Talente überzeugten das Publikum in der Dorfkirche Isenbügel.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
In der Dorfkirche Isenbügel trugen talentierte Sänger und Pianisten der der Folkwang Universität vielseitige Lieder vor. Ein besonderer, stimmungsvoller Sonntagabend, der das Publikum verzauberte

Heiligenhaus..  „Für mich ist es ein Phänomen, dass deutsche Lieder von Sängern aus der ganzen Welt geliebt und gesungen werden“, schwärmte Erika Otten vom Kulturkreis der Dorfkirche Isenbügel. Am Sonntagnachmittag traten 14 junge Sänger und Pianisten aus der ganzen Welt in der Dorfkirche in Isenbügel auf und präsentierten einen vielschichtigen Liederabend.

Zu Beginn sprach Professor Xaver Poncette von der Folkwang Universität, der die 25- bis 31-jährigen Studenten mitbrachte, einleitende Worte: „Ich freue mich, dass sie so zahlreich erschienen sind. Vor einem leeren Saal macht es sich nicht gut Musik“, schmunzelte der Professor. Über das Ausbleiben des Publikums musste sich an diesem Nachmittag niemand Sorgen machen, wurden noch wenige Minuten vor dem Konzertbeginn einige zusätzliche Stühle hinter den vollen Reihen platziert.

„Wir haben internationale Studenten aus den verschiedensten Ländern mitgebracht“, fuhr Poncette fort. Neben den jungen Künstlern aus Deutschland traten ebenfalls Studenten aus Korea, Russland und den Niederlanden auf. Passend dazu stammte auch das Liedgut aus allerhand Ländern. Die Texte zur Klavierbegleitung erklangen hauptsächlich auf Deutsch, daneben jedoch auch auf Englisch, Französisch und Italienisch. Ein breites Programm, das ebenso viele Facetten wie Komponisten umspannte.

Zu jedem Auftritt eines Sängers erzählt Poncette über den Komponisten und den Text. Auch die Inhalte der Stücke gab der Professor knapp wieder. Die drei Lieder ‚Fahrt zum Hades D.526‘, ‚Belsatzar op 57‘ und ‘Odins Meeresritt‘ gesungen von Bass-Bariton Paul Jadach, den Maren Donner am Klavier begleitete, „sind alle verschiedene Lieder, die jedoch eines gemeinsam haben. Es sind Balladen“, fügte der Professor die Titel zusammen. „Das Lied ‚Belsatzer‘ ist von Robert Schumann, ohne den man keinen Liederabend gestalten kann“, erzählte er, „der Text dazu stammt von Heinrich Heine.“ Die Auswahl der Stücke traf der Professor häufig selbst, für Vorschläge seiner Studenten zeigte er sich allerdings betont offen: „Die Grundidee der Liedklasse ist es, sich gegenseitig zuzuhören und zu diskutieren.“

Förderung von Talenten

Einmal im Jahr werden die Ergebnisse dann in der Dorfkirche präsentiert. „Für uns ist die Förderung junger Talente ein großes Thema“, erklärte Otten, „dazu finden wir es toll, dass wir an einem Konzertabend solch eine Anzahl an Künstlern hier begrüßen dürfen.“

Die einstudierten Lieder gelangen den talentierten Studenten hervorragend. Das Publikum quittierte jeden Auftritt mit großem Applaus. Besonders ‚Lo Spazzacamino‘, übersetzt der Schornsteinfeger, von Giuseppe Verdi fand beim Publikum großen Anklang. „Italien ist hauptsächlich für die Oper bekannt nicht gerade für die Liedkultur. Dennoch machte Verdi auch Kunstlieder, die ernst zu nehmen sind“, so Poncette. Das stellte Sängerin Min-June Seo mit klarer Stimme unter Beweis, zum Klavierspiel von Maren Donner. „Der Klang in der Dorfkirche ist sehr satt und gut“, Otten machte eine Handbewegung durch den hellen, bis zur Decke spitz zulaufenden Raum.

„Zum Schluss kehren wir noch einmal nach Deutschland zurück“, moderierte Poncette den letzten Akt des Konzertes an, „wir kommen noch einmal auf das wichtige Thema der Liebe zurück.“ Ye ri Park als Sopran mit der Begleitung am Klavier von Tamara Elizbarashvili trugen drei Stücke aus den Mörike-Liedern von Hugo Wolf vor, bevor stürmischer Applaus der Zuhörer einsetzte. Als Dank erhielten die jungen Musiker alle eine weiße Rose. Da der Eintritt des Liederabends kostenlos war, bat Erika Otten nichtsdestotrotz um einen kleinen Obolus für die Studenten. Schließlich nahmen sie sich die Zeit, um das Publikum zwei Stunden lang in eine stimmungsvolle Welt der Klänge zu entführen.