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Erziehung

Flexibel und verlässlich

18.02.2010 | 19:54 Uhr
Flexibel und verlässlich

Heiligenhaus.16 Tagesmütter und ein Tagesvater kümmern sich am Ort aktuell um rund 30 Mädchen und Jungen. Das deckt den derzeitigen Bedarf – „und bei schwierigen Zeiten in den Morgen- oder Abendstunden finden wir auch noch Lösungen”, berichtet Jugendamtsleiterin Beate Schiffer. Alles gut soweit. Jedoch: Für die Zukunft reicht das nicht aus.

Weitere engagierte Frauen und ebenso gerne Männer werden für den Job „Tagespflege” gesucht. Denn bis zum Jahr 2013 muss die Stadt den Rechtsanspruch auf Betreuung für die unter Dreijährigen von 35 Prozent erfüllen. Das bewerkstelligt sie zum einen durch den Ausbau der U3-Plätze in den Kindertagesstätten (die WAZ berichtete), zum anderen soll nun verstärkt die Werbetrommel für die Tagespflege gerührt werden.

„Seit April 2009 gehört Heiligenhaus ja bereits zu den Modellstandorten des Aktionsprogramms Kindertagespflege des Bundesfamilienministeriums”, hebt Claudia Tomczyck von der Tagespflege-Stelle im Rathaus hervor. Das Programm wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert und hat u.a. die flächendeckende 160 Stunden-Grundqualifizierung der Tagespflegepersonen zum Ziel. Denn die benötigen nicht nur Begeisterung für diese Aufgabe, sondern auch ein fundiertes Wissen, um Kinder im Alltag verlässlich zu begleiten und, nicht zu vergessen, um als Ansprechpartner für die Eltern da zu sein.

Eine so genannte Pflegeerlaubnis ist Voraussetzung. Sie wird nach der Absolvierung eines Qualifizierungskurses erteilt. Tomczyck: „Der findet in Zusammenarbeit mit der VHS und dem SKFM statt.” Zuvor besuchen Tomcyzck und ihre Kollegin Doris Stohler die Interessenten zur Eignungsüberprüfung daheim. „Denn dort findet in aller Regel die Betreuung statt. Also müssen die Räume groß genug sein und vor allem sicher.” Ein Führungszeugnis von allen Personen über 18 sei Pflicht, ergänzt Beate Schiffer. Deutsche Sprachkenntnisse und das Erziehungsverhalten werden überdies überprüft.

„Die Nachfrage der Eltern wächst”, weiß Tomczyck. Vor allem flexible Zeiten außerhalb der regulären Kita-Öffnung sind gefragt. „Ideal für jene, die zum Beispiel nur stundenweise Kinder betreuen möchten”, wirbt Beate Schiffer. Und. „Gefragt sind Menschen jeglichen Alters. Etliche Kinder haben die Großeltern nicht vor Ort. Ein Senior kann ganz anders mit den Kindern spielen und aus seinen Lebenserfahrungen schöpfen.”

Petra Treiber

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