Flauschiger Nachwuchs am Heiligenhauser Stauteich

Frisch geschlüpft: Das Schwanenpärchen auf dem Abtskücher Teich mit vier Schwanenküken.
Frisch geschlüpft: Das Schwanenpärchen auf dem Abtskücher Teich mit vier Schwanenküken.
Foto: FUNKE Foto Services
Mit vier Jungen im Schlepptau dreht das Schwanenpaar in der Abtsküche seine Runde. Die Enten zieht es während der Brut ins Unterholz. Manche männliche Rivalen liefern sich auch noch Revierkämpfe

Neugierig strecken die Schwanenküken ihre Köpfe in die Luft. Mit wachem Blick erkunden die Neugeschlüpften ihre Umgebung, ohne dabei auch nur einen Plattfuß aus dem schützenden Nest zu setzen. Die Eltern weichen ihren Jungen nicht von der Seite und passen auf, dass Spaziergänger und andere Wasservögel ihnen nicht zu nahe kommen. Den einen oder anderen Hobbyfotografen haben die Abtskücher Höckerschwäne schon mit einem bösen Fauchen in die Flucht geschlagen. So langsam bekommt der niedliche Schwanennachwuchs allerdings Konkurrenz am Stauteich.

Lauthals krakeelend schwimmt das Blesshuhn über den Stauteich. Bei jedem Schrei bebt der kleine schwarz-weiße Körper im Wasser auf und ab. „Blesshühner sind richtige Krawallmacher und suchen Streit regelrecht. Sie gehen auch deutlich größere Wasservögel an“, erklärt Hegeringleiter Carlo Finkentey. Die Rallenartigen stürzen sich gleich in einer ganzen Gruppe auf einen verdutzten Erpel, der mit schnellen Flügelschlägen das Weite sucht. Jedoch haben die Blesshühner ihre gefiederten Nachbarn nicht vom Stauteich vertrieben, wie einige Spaziergänger vermuten.

Schuld am Verschwinden der Stockenten-Weibchen sind ihre Mutterpflichten. Denn die Enten bauen, anders als die Blesshühner, keine Schwimmnester ins Wasser. Sie zieht es ins Unterholz. „Ihnen ist hier zu viel Trubel. Dort drüben im Wald haben sicher viele Enten ihre Nester gebaut“, vermutet Förster Hannes Johannsen mit Blick auf das Waldstück am hinteren Ende des Stauteichs. „Die Enten nisten auch in Korbweiden. Wenn die Küken schlüpfen, fallen sie wie ein Federball auf den Boden und laufen direkt zum Teich“, weiß Finkentey. Lange dürfte es nicht mehr dauern bis die ersten Küken aus dem Gehölz hinaus watscheln. Die Regel lautet „erster Mai, erstes Ei“, so Finkentey, rund 30 Tage später werden die Schalen dann aufgepickt. Dann müssen sich die schwarz-weißen Krawallmacher den Stauteich wieder teilen.

Brut-Bedrohung

Doch nicht jedes Ei wird auch ausgebrütet. Immer wieder kann man als Spaziergänger leergeplünderte Nester sehen. „Wenn die Krähen ein Entennest finden, dann war es das“, weiß Johannsen. Doch die Gefahr kommt nicht nur von oben, sondern schleicht auch um den Teich herum. Ratten treiben ihr Unwesen, sehen die vollen Nester als willkommenes Buffetangebot. Dass Menschen sich an den Eiern zu schaffen machen, ist strikt verboten. Gleich zwei Gesetze schützen Enten und Vogelartige: das Bundesjagdgesetz und europäischen Vogelschutzrichtlinien.

Allerdings können nicht nur Herrchen und Frauchen die Wasservögel stören, auch ihre vierbeinigen Begleiter können für Unruhe sorgen. „Hunde sollten während der Brutzeit immer angeleint sein, um die Vögel nicht zu stören“, appelliert Hannes Johannsen. Nach einer panikartigen Flucht kann es passieren, dass sie nicht mehr zum Nest zurückkehren.

Beim monogam lebenden Schwanenpaar sind bis jetzt vier von fünf Jungen geschlüpft. Die flauschigen Babys haben ihr Seepferdchen bereits mit Bravour gemeistert. Etwas unbeholfen plumpsen sie aus dem Nest heraus zu ihren Eltern ins Wasser. Niedlich, diese Heiligenhauser Neubürger.

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