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Interview

Finanzen sind das Thema 2015

24.01.2015 | 07:00 Uhr
Finanzen sind das Thema 2015
Wie könnte sich Heiligenhaus bis Ende des Jahres verändert haben und was steht auf der politischen Agenda? Darüber sprach Bürgermeister Dr. Jan Heinisch mit der WAZ.Foto: Heinz-Werner Rieck

  Der Heiligenhauser Bürgermeister Dr. Jan Heinisch blickt im WAZ-Interview auf das aus finanziell und stadtplanerischer Sicht interessante laufende Jahr.

Das neue Jahr bietet eine Menge Diskussionsstoff. Wie könnte Heiligenhaus Ende 2015 aussehen? Darüber sprachen WAZ-Mitarbeiter Katrin Schmidt und Simon Klaus mit Bürgermeister Dr. Jan Heinisch.

Dr. Heinisch, womit rechnen sie politisch im neuen Jahr 2015?

Ich erwarte die meisten Diskussionen im Bereich der Finanzen aufgrund unseres Nachtragshaushalts. Es werden Einsparungen notwendig sein, und das bewegt natürlich die Menschen. Dann wird es heißen: „Warum wird für eine hohe Summe eine Straße gebaut? Darauf können wir doch verzichten!“ Aber das sind zwei ganz verschiedene Bereiche: Investitionen und jährliche städtische Ausgaben kann man nicht in einen Topf stecken, denn Investitionen schreibe ich auf Jahrzehnte ab, die Auswirkung aufs einzelne Jahr ist im Vergleich zu laufenden Ausgaben marginal. Letztere fallen jedes Jahr aufs Neue an.

Wo wird es Ihrer Meinung nach Einsparungen geben?

Wir werden die Entscheidung, wo Einsparungen vorgenommen werden müssen, dem Rat überlassen, denn das ist das zuständige Gremium. In der Vorlage wird es oben eine Summe geben, die eingespart werden muss, und eine Liste mit möglichen Einsparungen. Die Parteien müssen dann ihre Kreuze an den Stellen machen, die sie für richtig halten.

Worauf muss sich der Heiligenhauser Bürger einstellen?

Wenn man die finanzielle Situation mit anderen Städten vergleicht, dann muss man ganz klar sagen: Wir haben Heiligenhaus über einen langen Zeitraum vor solchen Maßnahmen bewahrt. Wir haben ein Viertel der Beamtenstellen abgebaut und bieten die gleichen Leistungen an, und ich würde sagen wollen, dass das die Bürger nicht negativ spüren. Wir haben die Musikschule, wir haben den Club oder das Schwimmbad – es gibt viele Institutionen, die andere Städte schon längst nicht mehr finanzieren können. Jetzt müssen wir gucken, wo wir Einsparungen vornehmen können, denn die Luft wird dünner.

Abgesehen von der finanziellen Situation, welche Punkte stehen auf der Agenda?

Wir werden mehr Flüchtlinge bekommen, es werden nicht weniger. Es wird hierzu ein neues Gesetz im Bund geben, damit Asylsuchende aus sicheren Staaten, wie Serbien oder Mazedonien, kürzere Verfahren haben. Ansonsten werden wir auch weiter versuchen, Flüchtlinge im privaten Raum unterzubringen. Aber es ist nicht einfach, Vermieter zu finden.

Auch der Standortwechsel der Grundschule Oberilp ist ein Thema.

Ja, man muss hier viel drüber diskutieren. Frau Schieferstein hat viel Gutes für die Schule getan und nur das Beste im Sinn. Wir haben insgesamt 2600 Quadratmeter Schulfläche zuviel, aber nur eine Schule hat zuwenig Platz: die Oberilp. Wenn wir insgesamt Geld sparen müssen, dann müssen wir auch über Umzüge reden. Denn die Frage sollte sein: Wo erhalte ich für mein Kind die beste Bildung? Fragen des Schulwegs und des Stadtteils muss man besprechen, und vielleicht finden wir ja eine akzeptable Lösung.

Wie wird sich das Gesicht der Stadt bis Ende 2015 entwickelt haben?

Es wird wieder viele Veränderungen geben. Das Einkaufszentrum wird in der ersten Jahreshälfte Fortschritte machen, der Rohbau des Hochschulcampus’ ebenfalls. Es wird massive Bauarbeiten an der Hauptstraße Richtung Velbert geben, weil auch sie schöner werden soll. Die Grünanlage an der Rheinlandstraße wird fertig sein, Menschen werden in das Wohnhaus an der Kurzen Straße eingezogen sein. Und ich gehe davon aus, dass das Gebäude der Firma Hitzbleck zu großen Teilen verschwunden sein wird.

Herr Dr. Heinisch, wie stellt sich Heiligenhaus 2015 für Jugendliche auf?

Ich weiß, dass viele Jugendliche nach einem Platz suchen, wo sie sich aufhalten können. Diese Möglichkeit gibt es jetzt im Hefelmannpark an der Treppe, wo sie sich super treffen können. Viele Jugendliche wünschen sich auch eine Gastronomie. Im Moment haben wir allerdings in diesem Bereich zu wenig Anbieter. Wir arbeiten aber daran.

Werden in das neue Einkaufszentrum auch jugendgerechte Geschäfte integriert?

Heiligenhaus wird nie all das bieten können, was es beispielsweise im Limbecker Platz in Essen gibt, dafür sind wir einfach zu klein. Doch wir probieren schon, in Heiligenhaus eine solide Basis an Läden zu schaffen, wo man auch mal shoppen gehen kann, ohne nach Essen oder Düsseldorf fahren zu müssen.

Wie sieht es im Bereich Sport aus?

Sehr gut! Am Isenbügeler Bahnhof am Rand des Panoramaradweges werden einige gesponsorte Fitnessgeräte aufgestellt, die in den derzeit angesagten Bereich Freestyle-Fitness passen. Es wäre dann eine Möglichkeit, dass man den Hin- und Rückweg zu dieser Anlage joggend zurücklegt und zwischendurch einige Übungen absolviert, was ich persönlich gut finde. Auch wird es durch die baldige Fertigstellung der Wuppertaler Nordbahntrasse möglich sein, über den Panoramaradweg sogar bis nach Olpe zu kommen. Das wird uns auch im Bereich Tourismus zugute kommen.

Von Katrin Schmidt und Simon Klaus

Kommentare
25.01.2015
18:56
Feigheit vor dem Bürger?
von sophist | #2

Wenn der Bürgermeister auf einen eigenen Lösungsvorschlag - zu dem er eigentlich verpflichtet ist - verzichtet und den Fraktionen die alleinige...
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2015-01-24 07:00
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