Feuerwehrmann für einen Tag in Heiligenhaus

Hier ist es nur eine Attrappe, im Ernstfall könnte ein Schwerverletzter auf der Trage liegen.
Hier ist es nur eine Attrappe, im Ernstfall könnte ein Schwerverletzter auf der Trage liegen.
Foto: Heinz-Werner Rieck
Was wir bereits wissen
Zehn Mitglieder der Jugendwehr absolvierten 24-Stunden-Dienst. Simulierte Brände und Tierrettungen sorgten für Nervenkitzel.

Heiligenhaus..  Leichter Rauch steigt aus dem geschlossenen Garagentor die Auffahrt empor. Davor steht der Eigentümer, läuft nervös hin und her. Er hat die Feuerwehr verständigt, wartet ungeduldig auf deren Ankunft, schließlich befindet sich sein Freund noch in dem Anbau, während der Qualm immer dichter herausströhmt. Nicht einmal zehn Minuten später trifft das Löschfahrzeug mit tönenden Sirenen ein, der Angriffstrupp springt in voller Montur hinter dem Gruppenführer aus dem Fahrzeug: Der Einsatz vor Ort beginnt.

Glücklicherweise ist kein Menschenleben in Gefahr, lediglich ein Dummy aus Stoff liegt unter einem umgestürzten Regal in der Garage. Der Anwohner, der den Brand gemeldet hat, erweist sich als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und die Einsatzkräfte sind der tüchtige Nachwuchs der Jugendfeuerwehr.

Die Übung fand im Rahmen des ersten Berufsfeuerwehrtages am vergangenen Freitag in Hetterscheidt statt, die Garage war zuvor gründlich präpariert worden. Mit Blinklichtern, Nebelmaschine und Knallkörpern simulierte die Feuerwehr den Einsatz. „Die Jugendlichen erleben 24 Stunden, wie sie auch bei der Berufsfeuerwehr möglich wären“, erklärt Christian Frisch, stellvertretender Stadtjugendfeuerwehrwart.

Nachdem der Gruppenführer sich die Lage angesehen und entschieden hat, wie die Gruppe im Weiteren vorgeht, machen sich Angriffstrupp, Wassertrupp und Schlauchtrupp bereit. Der Angriffstrupp trägt die Verantwortung für die Rettung der in Gefahr geratenen Person. Er muss in die Garage eindringen, um den Verletzten zu finden und zu bergen. Das gelingt den jungen Feuerwehrleuten bereits nach kurzer Zeit. „Es war schwierig, die Orientierung in dem Qualm nicht zu verlieren“, resümiert ein Junge bei der Nachbesprechung, die nach jedem Einsatz auf der Tagesordnung steht.

Bereits um sieben Uhr ging es für den Nachwuchs los. Am Vormittag wartete auf die Mitglieder der Jugendfeuerwehr der erste Einsatz, eine Türöffnung. Während die Freiwillige Feuerwehr alle Einsätze und Abläufe vorab geplant hat, ahnen die zehn Jungen nicht, was auf sie zukommen wird. „So viele Einsätze an einem Tag, das kommt eigentlich nicht vor“, schmunzelt der erfahrene Frisch, „so können wir aber ein weites Spektrum an Einsätzen abdecken.“

Allerdings müssen neben dem aufregenden Ausrücken auch alltägliche Pflichten erfüllt werden, etwa die Schlauchpflege. Ebenfalls auf der Tagesordnung eines Feuerwehrmannes steht ein Sportprogramm mit Joggingeinheiten und Zirkeltraining. „Der Traum vom Beruf als Feuerwehrmann wird für einen Tag wahr“, erzählt Frisch, da gehören auch diese Dinge dazu.

Bei dem simulierten Brand übernahm Philipp Madeia die wohl verantwortungsvollste Aufgabe. Der 16-Jährige war bei diesem Einsatz der Gruppenführer. „Man muss erst sehen, was alles auf einen zukommt. Das ist sehr ungewohnt, aber ein cooles Gefühl“, erzählt er. Auch Angriffsgruppenführer Sören Bär (15) hat sichtlich Spaß an dem Projekt: „Ich freue mich vor allem, dass alles so gut geklappt hat“, denn bereits um 16 Uhr waren der Brand gelöscht, der Dummy gerettet und die Straße wieder frei.