Familien-Zuwachs im Neanderthal-Museum

Kreis Mettmann..  Wie bei so vielen werdenden Eltern wurde auch im Neandertal sehnsüchtig auf Familien-Zuwachs gewartet. Nun ist es soweit. Die beiden renommierten niederländischen Künstler und Präparatoren Alfons und Adrie Kennis haben ein Neanderthaler-Mädchen für das Museum rekonstruiert.

Sie haben den Kopf des Mädchens in einem aufwendigen Verfahren rekonstruiert. Grundlage ist der Schädelfund eines etwa siebenjährigen Mädchens von der Fundstelle La Quina in Frankreich. Darauf haben die Brüder Kennis Muskel und Haut aufgebaut. In über drei Monaten entstand das Neanderthaler-Mädchen. Seine Körpergröße beträgt etwa 120 Zentimeter. Das Kind wurde nach seinem Tod unter dem Felsschutzdach La Quina niedergelegt, vielleicht bestattet. „Kina“ starb vor etwa 65 000 Jahren.

Die kleine Neanderthalerin schaut die Besucher etwas schüchtern und verschmitzt an. Haar- und Augenfarbe entspringen der Imagination der Künstler. Ihre leichte Sommerklei­dung aus Leggings und Tunika, mit Knochenpfriem und Tiersehne genäht, entspricht einer Tradition, die von Völkern der nördlichen Breiten Eurasiens und Nordamerikas bekannt ist.

Kina sitzt vom morgigen Dienstag an im Themenbereich „Kommunikation und Gesellschaft“, wohlbehütet beim Baby und seiner Patchworkfamilie.