Facharbeiter fehlen

Für Joachim Fröhlich war’s im Heiligenhauser Rathaus schon ein Abschiedsbesuch: Im September geht der langjährige Ausbildungsleiter und Technische Geschäftsführer der Gemeinschaftslehrwerkstatt der Industrie von Velbert und Umgebung in den Ruhestand.

Für ein munter verpacktes Plädoyer vor dem Wirtschaftsförderungsausschuss war aber noch Zeit: „Ermutigen Sie die Unternehmen in Ihrer Stadt, doch auszubilden. Den Fünfer auf dem Zeugnis kriegen wir weg“, versicherte Fröhlich. Seit fast 80 Jahren besteht bereits die Gemeinschaftslehrwerkstatt als „verlängerte Werkbank“ für Auszubildende in Betrieben – und für 40 „eigene“ Azubis des eingetragenen Vereins, die in Velbert neben ihrer zweijährigen Ausbildung auch den Hauptschulabschluss nachholen.

Bei jungen FH- und Uni-Absolventen rechnet der Praktiker Fröhlich bereits mit einer Marktsättigung. Der Nachwuchs, der fehlt, sei der Facharbeiter: „Da haben wir bald einen Mangel.“

Dabei sind die Ausbilder des Fröhlich-Vereins gefragt: „Unser Kundenstamm sucht seinesgleichen.“ Die Meister – gefragt sind vor allem Zerspantechniker – reisen bis nach Italien, um in Firmen zu schulen. Deutsche Kunden reichen von der letzten Hamburger Großwerft Blohm + Voss bis zum Forschungszentrum Jülich.