Erste Einblicke in die Arbeitswelt

Erste Einblicke in die Heiligenhauser Berufswelt erhielt der VHS-Deutschkurs beim Unternehmen WSS Schlechtendahl, ermöglicht und begleitet von Betriebsrat Volker Ebel.Foto:Heinz-Werner Rieck
Erste Einblicke in die Heiligenhauser Berufswelt erhielt der VHS-Deutschkurs beim Unternehmen WSS Schlechtendahl, ermöglicht und begleitet von Betriebsrat Volker Ebel.Foto:Heinz-Werner Rieck
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Ein Deutschkurs der VHS besichtigt das Unternehmen WSS. Die Teilnehmer wollen Heiligenhauser Firmen und ihre Job-Chancen näher kennenlernen.

Heiligenhaus..  Teamarbeit, das ist bei der Heiligenhauser Firma Wilhelm Schlechtendahl & Söhne, kurz WSS, besonders wichtig. Aber um sich gut zu verstehen, muss man sich eben verstehen können. Dass es deswegen nötig ist, deutsch zu können, um beruflich Fuß zu fassen – diese Erkenntnis sollte den Teilnehmern eines VHS-Deutschkurses ein Besuch des Unternehmens vermitteln.

Auf die Idee des Besuchs der Kursteilnehmer kam der WSS-Betriebsratsvorsitzende Volker Ebel bei der Veranstaltung der Schlüsselregion zu dem Projekt „Ein Tag für deine Stadt.“ Hier kam er mit Béatrice Delassalle-Wischert von der Volkshochschule ins Gespräch und beide fanden: Ein Besuch des Kurses im Unternehmen wäre eine tolle Möglichkeit für die Deutschlernenden. „Wir haben das sehr gerne möglich gemacht“, sagt Volker Ebel und begrüßt die Teilnehmer im Besuchersaal von WSS.

Täglicher Deutschkurs in Vollzeit

Aus Sri Lanka, Indien, Nigeria, Polen, Rumänien und Italien kommen die elf Teilnehmer. Sehr jung sind die einen, noch ohne Ausbildung oder gerade mit dem Studium fertig, Familienmütter oder -väter die anderen, die nun hier in Deutschland ihr Glück suchen. Sie sind wenige Monate hier oder schon seit Jahren, ihr Deutsch ist schon so gut, dass sie sich verständigen können. Aber eben noch nicht gut genug ist, um sich wirklich um einen Job zu bewerben. Sie beziehen Leistungen, müssen und wollen den Deutschkurs Vollzeit täglich belegen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Demnächst steht ihre Deutschprüfung an, danach wollen sie richtig starten in ihrer neuen Heimat.

„Wir wollten einen ersten Kontakt zur Heiligenhauser Berufswelt herstellen und zeigen, wie hier gearbeitet wird, welchen Standard wir haben, welche Jobs und Möglichkeiten es gibt und was ein Bewerber mitbringen muss“, fasst Volker Ebel zusammen. Gemeinsam mit Kerstin Grütering aus der Personalabteilung berichtete er, wie die Firma entstanden ist, was sie überhaupt herstellt, wie sie sich entwickelt hat. Die Deutschkursteilnehmer hören interessiert zu, betrachten die Ausstellungsobjekte und lauschen dem nett gestalteten Vortrag Ebels und Grüterings.

Noch spannender für sie wurde es anschließend bei der Unternehmensführung. Volker Ebel ließ und nahm sich die Zeit, den Deutschschülern die einzelnen Abteilungen und Arbeitsschritte zu erklären. Von der Vorfertigung, Montage, Laserei über das Lager bis zum Versand wurde dabei alles besichtigt. „Sehr professionell alles“, findet ein Teilnehmer staunend.

Hersteller von Schlössern und Beschlägen

Als Entwickler und Hersteller von Schlössern und Beschlägen ist WSS ein kompetenter Partner für den internationalen Stahl-, Aluminium- und Glasbau. „Sie haben eine sehr professionelle Firma, die ich jetzt kennengelernt habe. Ich finde sie toll, darf ich jetzt hier arbeiten?“, fragte ein Teilnehmer lachend Guido Lücker. „Das freut uns, dass es Ihnen bei uns gefällt“, antwortete der Geschäftsführer. Genauso freut ihn die Nachfrage, ob sie sich denn hier jetzt bewerben können. „Immer gerne,“, forderte Guido Lücker die Teilnehmer auf, sich um ein Praktikum zu bewerben – und appellierte an sie, Ideen einzubringen, Lust an der Arbeit zu zeigen, aber auch, „weiter deutsch zu lernen, denn Sprache ist Grundvoraussetzung.“

Die Teilnehmer und auch Kursleiterin Beatrice Delassalle-Wischert zeigten sich rundum begeistert vom Unternehmen WSS „Ich bin total dankbar, dass uns das ermöglicht wurde.“ Es sei aus ihrer Sicht wertvoll, „dass die Schüler auch von außen hören, wie wichtig es ist, deutsch zu lernen und nicht nur von uns Dozenten“, resümiert Delassalle-Wischert. Eine Wiederholung dieser Veranstaltungs-Art wünscht sie sich nicht nur, auch Geschäftsführer Lücker kann sich dies gerne wieder vorstellen. Und die Teilnehmer werden vielleicht noch ein wenig intensiver für ihre Deutschprüfung lernen.