Enten als Grundstein der Mathematik
22.05.2012 | 16:28 Uhr 2012-05-22T16:28:00+0200
Bildung beginnt in dem Unterilper Familienzentrum Löwenzahn schon bei den Dreijährigen. Spielerisch werden die Mädchen und Jungen auf die Vorschulzeit vorbereitet.
Überall auf dem gräulichen Boden der kleinen Turnhalle liegen quietsch-gelbe Gummienten verstreut. Dazu gesellen sich bunte Quadrate, Rechtecke und ein großer Schaumstoffwürfel. Das, was nach einem netten Spielenachmittag aussieht, ist es auch – aber für die Kinder des Familienzentrums Löwenzahn sind die „Entdeckungen im Entenland“ auch mit Arbeit verbunden. Spielerisch sollen die Dreijährigen Zahlen, Farben und Formen lernen und damit den Grundstein für die Vorschulzeit legen.
An einem langen Band baumelt eine kleine gelbe Stoffente von Leonies lackiertem Finger herunter. Den Wasservogel hat die Dreijährige zum gelungenen Abschluss des „Entenland“-Projektes bekommen und ist sichtlich stolz darauf. „Ich habe mich besonders gefreut, als mir Frau Zimmermann die gegeben hat“, sagt Leonie. Eine Urkunde rundet das Belohnungspaket der kleinen Matheprofis ab. Immerhin sind die Kinder nun fit um Umgang mit Farben, Formen und Zahlen.
„Das Projekt mit dem Zahlenbaum für ältere Kinder mache ich jetzt schon seit sieben oder acht Jahren. Ich habe immer etwas gesucht, dass ich davor schalten kann, um die Lücken zu schließen“, erklärt Erzieher Dirk Preuß. Da kam das Projekt „Entdeckungen im Entenland“ ins Spiel.
In zwei Abschnitten werden die Kinder behutsam an das Thema Mathematik herangeführt. Natürlich lernen die Dreijährigen keine Dezimalzahlen und Potenzen auswendig, sondern entdecken spielerisch mit Bauklötzen und eben quietsch-gelben Gummienten die Grundelemente des Zahlenuniversums.
„Die Kinder lernen sehr viel durch ständige Wiederholungen. Angefangen haben wir mit den Farben, dann kamen die Formen. Anschließend haben wir die beiden Dinge kombiniert und das Zählen eingeführt“, beschreibt Erzieherin Petra Zimmermann das wöchentliche Programm der Kinder. „Die Kinder hatten einen festen Tag in der Woche, an dem sie das Entenland gemacht haben und darauf haben sie sich auch immer gefreut“, ergänzt ihr Kollege Dirk Preuß.
Der Lernprozess läuft bei den Kindern spielerisch ab. „Sie sollten Bauklötze nach Farben sortieren oder auch richtige Würfelspiele spielen“, so Zimmermann. Eines davon ist auch das Lieblingsspiel von Leonie: „Ich mag am liebsten das Labyrinth.“ Mit Hilfe eines Würfels werden kleine Enten durch ein verschachteltes Labyrinth geschickt, bis sie ihr Ziel erreichen. „Zwar sind die Sachen kindgerecht aufgebaut, doch für die Dreijährigen ist es auch anstrengend gewesen. Sie müssen sich auf etwas konzentrieren und Gelerntes zu einem späteren Zeitpunkt wieder abrufen können. Und dann gab es auch noch Hausaufgaben“, sagt Preuß und lächelt.
Alleine in ihrem Zimmer pauken mussten die 28 Kinder aus fünf verschiedenen Gruppen natürlich nicht. Wichtig sei es bei solch einem Projekt, auch die Eltern mit ins Boot zu holen. Diese sollten den Kindern bei den Hausaufgaben helfen. „Das hat wirklich super geklappt. Ein Vater hat sich sogar einen Tag in der Woche abends frei genommen, um bei den Hausaufgaben zu helfen. So wünscht man sich das“, lobt Preuß das Engagement. Als nächstes geht es für die Kinder vom Ententeich in den Wald. Dann wird an dem Zahlenbaum gefeilt.
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