Englisches Bier und Pubkultur im Heiligenhauser Museum

In der Museumsgaststätte servierte Kustos Reinhard Schneider (links, stehend) typisch britische Biersorten und Speisen. In den Vitrinen gibt’s jede Menge Exponate zur historischen Pubkultur.
In der Museumsgaststätte servierte Kustos Reinhard Schneider (links, stehend) typisch britische Biersorten und Speisen. In den Vitrinen gibt’s jede Menge Exponate zur historischen Pubkultur.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Museum Abtsküche geht es in einer Sonderausstellung um englisches Bier und die Pubkultur bei den Insel-Nachbarn. Zum Auftakt spielten die Skiffle-Atmeister von „Kick’n’Rush“.

Heiligenhaus..  „Boring brown beer“, so liest der Besucher der Sonderausstellung rund um Bier und Pubkultur auf einem Flaschenetikett. Und darunter findet sich zur weiteren Abschreckung (oder zur Neugierde) ein recht gruseliger Totenkopf. Dieses und etliche weitere Exponate sind seit Freitag im Museum Abtsküche zu sehen.

Die Eröffnung lag diesmal in den Händen von Dr. Ulrich Morgenroth, Leiter des Schloss- und Beschlägemuseums in Velbert. Der erzählte zur Einstimmung humorig von seiner Studienzeit in England: „Zu meiner Universität gehörte ein subventionierter Pub. Am Ende des Semesters war ich nicht nur 130 Pfund los, sondern auch um einige Pfunde reicher – Stout ist ein sehr nahrhaftes Getränk.“ Das heimische Bierbrauen sei nicht so selten in England und ein Freund wegen des strengen Hefegeruchs im Wohnzimmer sei fast von seiner Frau hinausgeworfen worden.

Die Getränkekarte passte zum Anlass: „London Pride“ fand sich da genauso wie „Mansfield Bitter“, für die Nicht-Biertrinker durfte es bei den heißen Temperaturen auch ein Wasser sein. Und dann konnte gestaunt werden, was sich in den Schaukästen so angesammelt hat.

Tankards zum Beispiel, traditionelle Bierkrüge, aus denen schon im 13. Jahrhundert der Durst gestillt wurde und die es auch mit Glasboden gibt. Warum, dafür gibt es u.a. diese Erklärung: Brach eine Schlägerei aus, sah der Trinkende den Schlag durch den Glasboden rechtzeitig kommen und konnte ihn abwehren. „Kids, dogs and muddy boots welcome“ (Kinder, Hunde und schmutzige Schuhe willkommen): So lockt ein Schild in einen Pub, ein anderer veranstaltet jedes Jahr ein Hühnerwettrennen. Hopfen und Gerste in Schälchen gibt es zu sehen, viele Bierdeckel, und wer nochmal genau wissen will, wieviel ein Pint ist, kann dies auf den Gläsern nachlesen. Aber nicht nur ums Trinken ging es, auch typisches Pub-Essen wurde präsentiert und wer mochte, konnte sich das Rezept für Pie und die Zusammenstellung vom Ploughmans’ Lunch gleich mitnehmen.

Und so, wie es in britischen Pubs oft Live-Musik gibt, durfte natürlich auch im Museum die Musik nicht fehlen. Kustos Reinhard Schneider freute sich, die Altmeister von „Kick‘n’Rush“ begrüßen zu können, die seit 25 Jahren nach Heljens kommen und am Stadtfestwochenende an vielen Orten zu hören waren. Die Vier legten mit viel guter Laune los mit fröhlich-spontanem Skiffle. Mitsingen war mehr Usus als Ausnahme, sogar „a Frrreiwillige“ im schönsten British English war für ein kurzes Gastspiel schnell gefunden und spätestens bei Johnny Cashs „Ring of fire“ waren Schwung und Spaß museumsfüllend.