Eiskalte Frühschicht in Heiligenhaus

Damit der Verkehr rollen kann, rückt der Einsatzleiter schon um 3.30 Uhr zur Glättekontrolle aus.
Damit der Verkehr rollen kann, rückt der Einsatzleiter schon um 3.30 Uhr zur Glättekontrolle aus.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Erstes Winterwochenende: Räumfahrzeuge sind ab vier Uhr im Einsatz. Salzsilo der Technischen Betriebe ist gut gefüllt.

Heiligenhaus..  Zentimeterdick türmte sich der Schnee auf Hausdächern, in Baumwipfeln und auf Türschwellen: Der Winter hatte die Stadt mit Minustemperaturen und Eisglätte in den vergangenen Tagen fest im Griff – zum ersten Mal in diesem Jahr. Damit der Winter für die Heiligenhauser nicht zur Schlitterpartie wird, stehen die Männer vom Winterdienst früh auf. Ab vier Uhr steuern die kleinen und großen Räumfahrzeuge durchs Stadtgebiet, befreien Straßen, Bushaltestellen und Bürgersteige von Eis und Schnee. Die Feuerprobe – oder besser Eisprobe – für diesen Winter haben die Männer in den letzten Tagen bestanden. Fahrzeuge und Ausrüstung stehen schon seit dem 1. November in den Startlöchern.

„Bereits im September fangen wir mit den Vorbereitungen auf den Winterdienst an“, erklärt Michael Borowski, Leiter der Technischen Betriebe. Dabei gilt es nicht nur, die Reifen der Einsatzfahrzeuge auf Winterbetrieb umzurüsten. Auch die Streugeräte müssen Jahr für Jahr neu eingestellt werden.

150 Tonnen Streusalz

Auch das Salzsilo an der Friedhofsallee ist schon lange aufgefüllt. 150 Tonnen Streusalz fasst das Lager der Technischen Betriebe. Noch einmal 150 Tonnen lagern beim Hersteller ein. Sie stammen noch aus dem letzten, sehr milden Winter. „Im letzten Winter waren wir nur zwei- bis dreimal wegen Glatteis draußen“, erinnert sich Borowski. Dabei verteilten die Streufahrzeuge circa 25 Tonnen Salz. An einem Wochenende wie dem vergangenen schrumpfen die Salzvorräte schnell. 60 bis 70 Tonnen des Streumittels landeten in den letzten Tagen auf dem Asphalt. Nachschub ist schnell bestellt, innerhalb von zwei bis drei Tagen kann die Stadt in der Regel mit neuem Streumaterial beliefert werden. Problematisch wird’s nur, wenn viele Kommunen zeitgleich ihre Salzvorräte auffüllen müssen.

Ob das Salz zum Einsatz auf Heiligenhaus’ Straßen kommt, prüft der Einsatzleiter, wenn die Stadt noch im Tiefschlaf liegt. Ab 3.30 Uhr setzt er sich zur Glättekontrolle hinters Steuer, steuert verschiedene Punkte im Stadtgebiet an und entscheidet über das weitere Vorgehen. Ab vier Uhr bekommt er Verstärkung von einem dutzend Kollegen und ihrem mobilen Untersatz. Nach einer bestimmten Prioritätenliste pflügen sich Schieber und Streuer durch das Stadtgebiet. Nachdem die Hauptverkehrsstraßen und Industriegebiete geräumt sind, streut der Winterdienst in Nebenstraßen wie der Bayern- oder Albert-Kiekert-Straße. Anwohnerstraßen wie der Haselweg zum Beispiel sind Schlusslichter beim Räumdienst. Andere Straßen wie der Erftweg oder die Grünstraße sind komplett von Straßenreinigung und damit auch Winterdienst befreit. Dort legen die Anwohner selbst eine eiskalte Frühschicht ein und sorgen nicht nur für freie Gehwege, sondern auch für passierbare Fahrbahnen.