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10. Drachenfest

Eins sein mit Wind und Wolken

13.09.2009 | 18:30 Uhr
Eins sein mit Wind und Wolken

Heiligenhaus. Auf dem Flugplatz herrscht reger Betrieb. Etliche Wohnwagen stehen neben der Wiese, davor flattern bunte Fahnen und Wimpel. Kleine, fliegende Elefanten oder Blumen tanzen hier und da im Wind.

Auf dem Flugplatz herrscht reger Betrieb. Etliche Wohnwagen stehen neben der Wiese, davor flattern bunte Fahnen und Wimpel. Kleine, fliegende Elefanten oder Blumen tanzen hier und da im Wind. Und oben am Himmel bedecken zahlreiche Lenkdrachen die Wolken: Am Wochenende fand auf dem Flughafen Meiersberg in Hofermühle ein großes Drachenfest statt. Viele Hobby-Flieger und Profis waren gekommen, um ihre teils selbst gemachten Drachen auszuprobieren, sich die Drachenshows anzugucken oder einfach nur über ihre gemeinsame Leidenschaft zu plaudern.

„Das ist einfach ein Hobby von mir”, sagt eine Essenerin. Sie steht auf der großen Wiese am Flughafen und betrachtet den Drachen, den sie an der Leine hält. Darauf: Eine knallrote Zunge - das Markenzeichen der „Rolling Stones”. „Da ist eben mein Lieblingsmotiv, ich bin nämlich Stones-Fan”, verrät sie. Mit Freunden aus Holland ist sie zu dem Festival gekommen, denn „so bin ich ein Wochenende an der frischen Luft. Außerdem ist Campen eine große Leidenschaft von mir und die Kameradschaft hier ist einfach toll!” So wie sie, waren etliche Menschen aus Deutschland, Belgien und Luxemburg gekommen und verbrachten ein ganzes Wochenende im Wohnwagen auf dem Meiersberg.

Gäste im Wohnwagen

Den größten Teil der Drachen-Fans aber machten die Holländer aus. „Fast 80 Prozent der Besucher sind von dort”, bestätigt auch Norbert Richter, der neben dem Flughafen Meiersberg und der Freunde des Lenkdrachensports des Festivals mit organisierte und selbst leidenschaftlicher Drachen-Flieger ist.

Schon am Donnerstag waren Gäste mit ihren Wohnwagen angereist, am Freitag schließlich begann das Festival offiziell. Die vielen bunten, flatternden Figuren und Fahnen wurden allmählich aufgebaut, die ersten Lenkdrachen verzierten den Himmel: Innerhalb weniger Stunden war der Flughafen einfach nicht wieder zu erkennen. Neben Drachen, die jeder kennt, gab es dabei auch jede Menge Raritäten zu sehen: Riesige selbst genähte Flieger zierten den Himmel, große Sterne, mehrere hundert Meter lange Drachen-Ketten oder bunte, fliegende Räder wurden von Drachen-Begeisterten in die Lüfte gelassen. Höhepunkt bildete sicherlich das Nachtprogramm am Samstag: Etliche Modelle - versehen mit Reflektorbändern - wurden in den Himmel geschickt und von der Freiwilligen Feuerwehr angestrahlt. „Das war wunderschön”, meint Norbert Richter.

„Bonbon-Fähre”

Auch für die kleinen Drachen-Freunde hatte das Festival jede Menge zu bieten: Sie durften sich in „Kite Buggy Surfing” versuchen, in kleinen Wagen Platz nehmen und sich von großen Drachen ziehen lassen. Wer sich gut genug dabei anstellte, bekam anschließend sogar eine Lizenz. Außerdem wurde für die Kinder eine „Bonbon-Fähre” in die Lüfte gelassen - ein Drachen, an dem zwei Tüten voller Süßigkeiten befestigt sind, die oben in der Luft aufgehen. Auch der „Ballett-Cup” war ein Augenschmaus für die Zuschauer. Bei dem Wettbewerb mussten bestimmte Figuren und Choreographien von Profi-Duos in die Luft gebracht werden – quasi ein Ballett am Himmel.

„Ein gelungenes Fest”, freut sich Norbert Richter. Kein Wunder, zumal die Drachenflieger zu den wenigen Menschen gehören, denen Wind und Wolken ganz und gar nichts ausmachen.

Jennifer Sauer

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