Einfach drauf los quatschen

Wenn es in den Sommerferien rauf auf die Insel zu Castles Familie nach Norfolk geht, heißt es für die ganze Familie „Tschüss Deutsch – Hello English“. – „Wir sind dann immer wieder verwundert, wie gut unsere Kinder die Sprache sprechen“, sagt Anke Castle. Sie selbst reiste nach dem Schulabschluss mit Schulenglisch-Kenntnissen nach Australien, wo sie ihren späteren Mann und seine Sprache besser kennenlernte. Inzwischen beherrscht sie die Muttersprache ihres Mannes perfekt.

Soweit ist ihr Nachwuchs noch nicht. Auch wenn die Kinder mit einem gebürtigen Engländer und Englisch-Lehrer als Vater aufwachsen, heißt das nicht, dass sie selbst das Vokabelheft links liegen lassen können. „Sie müssen genau so lernen und bringen nicht automatisch nur Einsen nach Hause“, sagt Vater Castle. Trotzdem falle ihnen das einfach „Drauflosquatschen“ in einer anderen Sprache leichter. Das merke man auch bei der ältesten der drei Schwestern. Auf Elises Stundenplan steht neben Englisch nämlich jetzt auch Französisch als Fremdsprache.

Die Fremdsprache Deutsch, das war für Chris Castle in der ersten Zeit in Heiligenhaus eine echte Herausforderung. Hineingeplatzt in die Heiligenhauser Großfamilie seiner Frau, gaben sich alle Mühe und kramten ihre Englischkenntnisse hervor. „Nur die Schwiegermutter war gnadenlos“, erinnert sich Chris Castle und lacht. Inzwischen spricht der 37-Jährige gut, aber nicht akzentfrei Deutsch und unterrichtet am örtlichen Immanuel-Kant-Gymnasium Sozialwissenschaften und – of course – Englisch.