Eine „Notunterkunft“ mit gutem Standard

Die Verträge sind unterschriftsreif, aber noch nicht unterschrieben (v. li.): Volker Hoven, Andreas Happe und Bürgermeister Dr. Jan Heinisch.Foto:H.W. Rieck
Die Verträge sind unterschriftsreif, aber noch nicht unterschrieben (v. li.): Volker Hoven, Andreas Happe und Bürgermeister Dr. Jan Heinisch.Foto:H.W. Rieck
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Was wir bereits wissen
Stadtspitze und Bezirksregierung beschreiben die Vorteile durch die Vermietung der früheren International School als Landes-Flüchtlingsunterkunft .

Heiligenhaus.. Die Verträge zwischen Land und Stadt liegen vor, aber „unterschrieben ist noch nichts“, wie Bürgermeister Dr. Jan Heinisch berichtet. Noch müssen sich die Haushälter der Landesregierung sortieren: „Wir haben so viele Maßnahmen gleichzeitig angestoßen“, erklärt Andreas Hoppe, Abteilungsdirektor bei der Düsseldorfer Bezirksregierung.

Auf ein „amtliches“ Foto mit gezückter Feder über Vertrag und Schreibtisch verzichteten Gast und Gastgeber im Heiligenhauser Rathaus gerne: Wichtiger war ihnen, die „Win-Win-Situation“ durch die Vermietung der früheren International School als Landes-Flüchtlingsunterkunft darzustellen. In der Systematik des Landes gilt die Immobilie Am Sportfeld trotz ihres guten Standards als „Notunterkunft“, gemietet für jeweils drei Monate – mit Optionen auf Verlängerung. „Es wird länger dauern“, sagt der Bürgermeister voraus.

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Denn die eigentlichen zentralen Unterkünfte des Landes werden ungleich größer konzipiert – für jeweils 800 bis 1000 Flüchtlinge – und sind überwiegend noch im (Um-)Bau. In diesen Häusern will die Landesregierung „die Verwaltung zu den Flüchtlingen bringen“, wie Andreas Happe erläutert.

Die Vorbereitungen an der Immobilie sind weitgehend abgeschlossen. Die Vorteile der International School beschreibt Volker Hoven: Der Fachbereichsleiter Immobilienservice nennt den „großen Innenhof, rundum eingefriedet“ inklusive der Spielgeräte, die noch gut ausgestatteten „U 3“-Räume, die Küche, den hohen Brandschutz-Standard eines öffentlichen Gebäudes und nicht zuletzt die Waschbecken in jedem der 24 Klassenräume. Anzuliefern sind nur die mobilen „Sanitär-Einheiten“, sprich: Duschen.

Keine weiteren Zuweisungen

Bei der Belegung durch „Landes“-Flüchtlinge geht Andreas Hoppe aus von „150 plus 50“. Die zweite Ziffer sollte also nur gelten, wenn es besonders eng wird. Pro Klassenzimmer wären also sechs Menschen unterzubringen. Die für die Verteilung der Flüchtlinge zuständige Bezirksregierung Arnsberg, erläutert der Abteilungsdirektor aus Düsseldorf, „weiß, dass die International School für Familien geeignet ist“.

Für die Betreuung der Menschen, die zwischen sechs Wochen und drei Monaten dort bleiben werden, haben sich zwei Anbieter aus den Reihen der bekannten Wohlfahrtsverbände beworben. Auch für einen „Rundum-Sicherheitsdienst“ sei gesorgt. Andreas Happe ergänzt: Nach schlimmen Erfahrungen nehme das Land nur noch zertifizierte Unternehmen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt, lobt der Vertreter der Bezirksregierung, habe ihn „sehr positiv gestimmt“.

Die „Win-Situation“ für die Stadt beschreibt der Bürgermeister so: „Bis auf weiteres erwarten wir keine neuen Zuweisungen.“ 190 „städtische“ Flüchtlinge leben in Heiligenhaus. Die Kapazität der International School für 200 Bewohner gilt – unabhängig von der tatsächlichen Belegung. „Finanziell profitieren wir mächtig“, bestätigt Jan Heinisch – auch wenn sich dieser Vorteil nicht beziffern lasse. Das Land zahle eine ortsübliche Miete. Die Verwaltung überlege, so der Bürgermeister, „ob wir die Landes-Einrichtung später übernehmen“.