„Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“

Heiligenhaus..  Die mögliche Reform des ambulanten ärztlichen Notfalldienstes schlägt in der Region hohe Wellen. Politik, Sozialverbände und Bürger befürchten durch Schließung von bestehenden Notfallpraxen Nachteile in der Versorgung von Patienten (WAZ berichtete).

Am heutigen Mittwoch berät die Vertreterversammlung (das Parlament der nordrheinischen Kassenärzte) im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft ab 17.30 Uhr über die Neugestaltung des Notdienstes. „Wir brauchen eine Verbesserung mit garantierten Standorten und Öffnungszeiten“, sagt die Heiligenhauser Kinderärztin Dr. Heidemarie Pankow-Culot zur Notfalldienstreform. Sie ist eine von 50 Ärztinnen und Ärzten, die heute in der Landeshauptstadt über die Neugestaltung beraten. „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagte Pankow-Culot gestern im Gespräch mit der WAZ.

Die Kassenärztliche Vereinigung will sich im Vorfeld nicht im Detail zu den Auswirkungen für Heiligenhaus und den Kreis äußern: „Da wir aktuell nicht wissen, ob die Delegierten zu Ergebnissen kommen und wie diese dann konkret aussehen, hat es keinen Sinn, sich vorab zu einer etwaigen künftigen Zahl oder Standorten von Notfalldienstpraxen zu äußern.“ Medienberichten zufolge könnte etwa die Hälfte der 84 Notdienstpraxen im Gebiet der KV Nordrhein von einer Schließung betroffen sein. „Kernziel der Reform bleibt unter anderem eine Reduzierung der hohen Dienstbelastung im Notdienst insbesondere in ländlichen Bereichen“, so KV-Pressesprecher Christopher Schneider. Denn wer als Arzt auf dem Lande praktiziere, der müsse häufiger die Versorgung außerhalb der Sprechstundenzeiten sicherstellen. Auch dies sei ein Grund, warum Nachwuchs-Mediziner die Niederlassung auf dem Lande scheuten. Hinzu kommt, das die KV in Zukunft mit einem Hausärzte-Mangel rechnet. Weniger Ärzte müssten dann nicht nur die Regelversorgung, sondern auch den Notdienst stemmen. Die Reform habe nichts mit einem Mangel an ambulanten Medizinern heute zu tun, sondern mehr mit einer zukunftsfesten Struktur, die auch morgen und übermorgen noch funktioniere und eine flächendeckende ambulante Versorgung ermögliche.