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Jan Falke

Ein Heiligenhauser im Garten Eden

08.02.2012 | 14:58 Uhr
Ein Heiligenhauser im Garten Eden
Nervenkitzel muss sein: Jan Falke wagt den Sprung über einen Canyon im Australischen Outback. Foto: Privat

Alice Springs. Der Heiligenhauser Jan Falke zieht weiter durch das australische Outback, erlebt bezaubernde Nächte unterm Sternenzelt, genießt traumhafte Aussichten und besucht den Garten Eden.

Der Tag fing schon früh um vier Uhr an: Sachen packen und frühstücken. Das alles in einer Stunde. Denn um fünf Uhr ging es weiter zum Sunrise Point, an dem viele Schaulustige auf den Sonnenaufgang am Ayers Rock warteten. Doch wir wurden enttäuscht, Wolken verdeckten die Sonne. Daraufhin fuhren wir direkt zum Ayers Rock, erfuhren etwas über die Geschichte und über Aborigines-Zeremonien. Das Besteigen des roten Felsens ist von den Aborigines verboten und zu unserer Zeit auch gefährlich, da sich das Wetter schlagartig ändern konnte.

Mitten im Busch

Nach einem kurzen Einblick in die Kultur der Ureinwohner konnten wir den großen, magischen Stein auf eigene Faust erkunden. Ein zehn Kilometer langer Weg führt einmal um ihn herum. Einige bestritten ihn schnell, andere langsam. Ich gehörte zu der langsameren Gruppe, da ich die Tour in vollen Zügen genießen wollte, anstatt dort herum zu hetzen.

Nach drei Stunden und rund 400 geschossenen Bildern kamen wir zurück zum Bus und fuhren zurück zum Camp – dort wartete das Mittagessen auf uns. So eine Wanderung kann schließlich ganz schön hungrig machen.

Nach der Stärkung ging es 500 Kilometer weiter zum Kings Canyon Resort, das wirklich mitten im Busch lag. Nach einer fünfstündigen Fahrt erreichten wir das Camp und sahen uns auf einem kleinen Felsvorsprung den Sonnenuntergang an, der zwar schön aber nicht halb so spektakulär war, wie die untergehende Sonne am Ayers Rock. In dieser Nacht hatten wir Glück, es gab keine Wolke am Himmel und wir durften unter Millionen von Sternen schlafen. Sogar die Milchstraße war mit bloßem Auge zu erkennen, da alles um uns herum völlig dunkel war. Nicht ein Licht war in der scheinbar unendlichen Weite zu erkennen.

Warnschilder

Der nächste Morgen begann ähnlich wie der davor: Aufstehen um vier Uhr, Sachen packen, anziehen, frühstücken und um fünf Uhr ging es weiter zum nahe gelegenen Kings Canyon. Wir starteten so früh, da die erst Besteigungs-Etappe sehr anstrengend ist und man endlose, in den Stein geschlagene Stufen hinauf klettern musste. Das geht in der morgendlichen Kühle besser, als bei drückender Hitze um die Mittagszeit. Kurz bevor wir oben angekommen waren, ging die Sonne über dem Canyon auf und die Temperaturen begangen zu steigen. Mit Kamera, Cowboyhut (als Sonnenschutz) und genügend Wasser war ich glücklicherweise perfekt auf den insgesamt 6,5 Kilometer langen Trip vorbereitet.

Oben angekommen, legten wir immer mal wieder an Felsvorsprüngen mit atemberaubenden Aussichten kleine Pausen ein. Dort gab es jedoch keine Zäune oder Absperrungen, lediglich Warnschilder die einen anwiesen, mindestens einen Meter vor der Klippe stehen zu bleiben. So lange wir in Sichtweite der Gruppe blieben, war es uns jedoch gestattet uns frei zu bewegen. So konnte ich im Gebirge herumklettern und die traumhafte Landschaft und Weite genießen.

Nach der Hälfte der Strecke ging es an der Felswand an einer Holztreppe hinunter in den Canyon, wo wir einem Weg in den „Garten Eden“ folgten. Dort gab es ein Wasserloch in das normalerweise auch ein Wasserfall hinunter fällt, da wir in Australien Sommer haben und alles trocken ist, mussten wir auf diesen Anblick verzichten. Trotzdem genossen wir die Stille und Schönheit dieses Ortes. Den wir auf dem Rückweg Dank zahlreicher Treppenstufen auch noch von oben bewundern durften. Auf der ganzen Tour gab es keine befestigten Wege oder Trampelpfade, lediglich einfache Brücken oder ein paar Pfeiler mit angebrachten Richtungshinweisen zeigten den Rundgang um den Canyon an.

Nervenkitzel

An einer Stelle konnte man statt die Brücke zu nutzen, auch das kurze Stück über den Canyon springen. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen – ein bisschen Nervenkitzel gehört ja schließlich auch dazu. Nach einer fast fünfstündigen Wanderung bei durchschnittlich 38 Grad im Schatten kamen wir zurück zum Bus und fuhren fürs Mittagessen ins Camp. Danach ging’s zurück ins rund 500 Kilometer entfernte Alice Springs.

In drei Tagen haben wir nicht nur etwa 1400 Kilometer per Bus zurückgelegt, sondern auch viele Eindrücke und Bilder gesammelt, die hoffentlich fürs ganze Leben im Gedächtnis bleiben. Mir hat der Trip zum Kings Canyon am besten gefallen: eine Wanderung in unberührte Natur abseits jeglicher Zivilisation. Besonders in Erinnerung bleiben wird mir auch das Gefühl absoluter Freiheit, das mich auf einem Felsvorsprung über der traumhaft schönen, roten Sandsteinlandschaft überfiel.

Redaktion Heiligenhaus

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