„Ein Gewinn an Lebensqualität“

Kreis Mettmann..  Mehr als 49 100 Menschen im Kreis Mettmann werden ab Januar mehr Geld im Portemonnaie haben. So viele Beschäftigte werden dann nämlich erstmals vom gesetzlichen Mindestlohn profitieren. Bislang verdienen sie weniger als 8,50 Euro brutto pro Stunde. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit.

Die NGG Düsseldorf-Wuppertal beruft sich dabei auf eine Untersuchung zum Mindestlohn vom Pestel-Institut in Hannover. Demnach wird die Einführung des Mindestlohns einen enormen Effekt für die heimische Wirtschaft haben: Die Wissenschaftler gehen allein im Kreis Mettmann von einer zusätzlichen Kaufkraft von 84,4 Millionen Euro durch den Mindestlohn aus.

„Im Schnitt wird jeder im Kreis Mettmann, der bislang einen Niedriglohn von unter 8,50 Euro bekommen hat, rund 1720 Euro mehr Geld zur Verfügung haben – allein durch den Mindestlohn“, sagt Dieter Schormann. Der Geschäftsführer der NGG Düsseldorf-Wuppertal macht deutlich, dass dieser zusätzliche Verdienst nahezu eins zu eins in den Konsum fließen werde: „Die wenigsten werden ihr Lohn-Plus auf die hohe Kante legen. Die meisten werden sich davon endlich einmal etwas gönnen – Sachen, die sie sich als Niedriglöhner vorher nicht oder nur schwer erlauben konnten: neue Kleidung, Kosmetik, Kino… und auch einmal ein Essen in der Gaststätte“, so Dieter Schormann. Die Einführung des Mindestlohnes bedeute für die Menschen einen „enormen Gewinn an Lebensqualität“. Dahinter stecke aber auch ein „harter politischer Kampf“.

Wichtig sei nun, dass alle Arbeitgeber im Kreis Mettmann den Mindestlohn ab Januar auch tatsächlich zahlten. „Es wird schwarze Schafe geben – ganz sicher: Chefs, die keine 8,50 Euro pro Stunde bezahlen. Oder Unternehmer, die die Arbeitszeit so knapp bemessen, dass Überstunden anfallen, die dann zum Null-Tarif geleistet werden müssen“, sagt Dieter Schormann. Diese Arbeitgeber machten sich allerdings strafbar. „Der Verstoß gegen den gesetzlichen Mindestlohn ist kein Kavaliersdelikt“, so der NGG-Geschäftsführer. Die Gewerkschaft fordert deshalb „Mindestlohn-Sonderkontrollen“ im Kreis Mettmann durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls.