Ein Fest der Freundschaft in Heiligenhaus

Begeisterte die Stadtfestbesucher am Freitag auf dem Rathausplatz: die Westernhagen-Coverband.
Begeisterte die Stadtfestbesucher am Freitag auf dem Rathausplatz: die Westernhagen-Coverband.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Für 25 Jahre Bühnentreue wurden Kick’n’Rush aus Mansfield beim Stadtfest-Auftakt mit der Schlotschmed-Medaille belohnt. Freitag genossen viele den heißen Sand beim Beachvolleyball.

Heiligenhaus..  „Ich bin wieder hier. In meinem Revier. War nie wirklich weg…“, schallt es über den rappelvollen Rathausplatz. Diese Zeilen zaubern nicht nur jedem Westernhagen-Fan eine Gänsehaut auf dem Arm, sie spiegeln auch das wieder, was 30 Meter von der Bühne entfernt in den Buden der Partnerstädte gelebt wird: Verbundenheit. Verbundenheit mit einer Stadt und liebgewonnenen Freunden. Der Stadtfest-Auftakt am Donenrstag kam nicht nur bei den Gästen der Partnerstädte gut an, auch die Heiligenhauser feierten ausgelassen.

„Heiligenhaus ist zu unserem zweiten Zuhause geworden“, findet Kick’n’Rush-Gitarrist Dave Clay. Zum 25. Mal rockt die Skiffle-Band nun schon die Stadtfestbühne und wurde dafür mit der Schlotschmed-Medaille ausgezeichnet. Gleich vier Mal zücken sie am Wochenende das Waschbrett und den Teekistenbass.

Ein Heiligenhauser Jubiläum kann in diesem Jahr auch Laurent Guillaume feiern. Die Freundschaft zwischen seiner Heimatstadt Meaux und Heiligenhaus besteht seit 45 Jahren. „In der Zeit haben sich viele persönliche Beziehungen in der Stadt entwickelt. Wir sind wie eine Familie. Außerdem klappt der Austausch sehr gut“, lobt der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees.

Französisches Lebensgefühl

So gut, dass ihm gleich 20 französische Studenten zum Stadtfest nachreisen und er vorab junge Arbeitslose zu einer Besichtigung von WSS einlud. „In Frankreich arbeiten wir maximal 35 Stunden die Woche. Hier ist das anders, das mussten auch die Jugendlichen erkennen“, scherzt Guillaume. 35-Stunden-Schichten erwarten ihn auf dem hier allerdings nicht. Die Arbeit hinter der Theke ist eher ein großes Wiedersehen mit alten Freunden. Mit hochgerollten Hemdsärmeln versorgt er die Stadtfestbesucher mit Wein und Brie aus Frankreich.

Am anderen Ende der Hauptstraße lädt bei annährend 30 Grad ein ein Planschbecken zum Abkühlen ein. Innerlich erfrischen können sich die Besucher nur wenige Meter weiter mit Cocktails. Zwar fehlt der salzige Duft des Meeres und das Rauschen der Wellen zum waschechten Cote D‘Azur Gefühl – Fernweh kommt aber definitiv auf. „Die Strandbar und das Volleyballfeld sind bei gutem Wetter der absolute Renner. Ich finde es toll, dass eine kleine Stadt so etwas auf die Beine stellt“, freut sich Timo Köhler.

Während sich Heiligenhauser Herren am Morgen des Auftakttages beim Volleyball ins Zeug legten, schmettern nun die Ladies auf der Bühne. Die Damen der Vokalen Holding „Frohsinn“ sind ihren Kinderschuhen entwachsen und stimmen musikalisch auf den Rest des Wochenendes ein.