Dresden - Heiligenhaus in 24 Tagen

Uwe Wolters Pakete waren viele Wochen im Umlauf.
Uwe Wolters Pakete waren viele Wochen im Umlauf.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Bürger beklagen massive Probleme mit dem Paketversender DHL. Lieferungen erreichen Adressaten mit wochenlanger Verspätung.

Heiligenhaus..  Uwe Wolter hält ein kleines Paket in den Händen. Geschlagene 24 Tage hat der Karton für seine Reise vom Lieferanten in Dresden bis zu den Wolters in die Heiligenhauser Hacklandstraße gebraucht – kein Einzelfall. Uwe Wolter schüttelt mit dem Kopf und blättert in den papiernen Sendeverfolgungen des Paketdienstes DHL, die sich auf seinem Tisch stapeln. Der unscheinbare Karton, der inzwischen einen Platz auf dem Stuhl neben ihm gefunden hat, hat laut Sendebericht eine kleine Odyssee hinter sich. Immer wieder landet er im Ziel-Paketzentrum in Krefeld, wird in Duisburg ins Zustellfahrzeug geladen und kann danach nicht zugestellt werden. Und das, obwohl der Bote offenbar erst gar nicht zum Haus der Wolters gelangt. Erst 24 Tage nachdem das Paket vom Absender an DHL übergeben wurde, landet es schließlich in den Händen von Uwe Wolter. Wäre es ein unglücklicher Einzelfall, Wolter würde es abhaken. Doch Probleme mit der Zustellung von DHL-Lieferungen haben die Wolters und andere Heiligenhauser schon seit vielen Wochen. Auch bei der Nachbarin gleich nebenan kann man von einem prompten Zustellung eines Paktes nicht sprechen. 20 Tage brauchte das Paket vom Absender bis nach Heiligenhaus. Nach WAZ-Informationen sollen noch viele andere in Heiligenhaus betroffen sein.

Wolter, der auf seine bestellten Motorradteile wartetet und über den Verlauf der Sendung sichtlich irritiert war, kontaktierte zunächst die Service-Hotline des Paketversenders. Dort konnte man ihm nicht weiterhelfen und schob das Problem auf die Zustellfahrer, für den Heiligenhauser Bereich. Wolter glaubt jedoch nicht, dass die Fahrer in diesem Fall die Buhmänner sind. „Ich kenne unsere Zusteller seit Jahren. Das sind nette Jungs, auf die man sich verlassen kann.“ Als der Anruf im Call-Center keinen Erfolg brachte, mobilisierte er den Lieferanten. Auch dessen Nachforschungen bei DHL verliefen im Sande. Wolter gegenüber klagte er ebenfalls über massive Probleme mit dem Zustelldienst, der zur Deutschen Post AG gehört. Da sich das Paket nicht auftreiben ließ, wurde ein zweites gepackt und wieder mit DHL verschickt – denn der Lieferant ist offenbar vertraglich an diesen Paketzusteller gebunden. Auch diese Sendung brauchte ungewöhnlich lang und war neun Tage unterwegs, bis sie zeitgleich mit der ursprünglichen Bestellung bei Wolter eintrudelte.

Der Inhalt des Paketes war nichts lebenswichtiges, enthielt Teile für den Hobby-Motorradbastler. Doch Uwe Wolter unterhält auch einen Gartenbaubetrieb und ist auf wichtige Lieferungen von Ersatzteilen für Maschinen angewiesen – die nie oder nur mit langer Verzögerung bei ihm ankommen. Woran das liegt? Wolter kann nur Vermutungen anstellen: „Vielleicht kommt es wegen Umstrukturierungen bei DHL zu diesen Problemen“.