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Dosenwerfen statt Glotze

18.05.2012 | 17:07 Uhr
Dosenwerfen statt Glotze
Ein bisschen Geduld und zwei ruhige Hände braucht man, um bei diesem Spiel auf dem Holzbrett die Kugel mittels der Schnüre an den Löchern vorbeizuführen. Dies war eine von vielen Spielstationen, die die Mädchen und Jungen beim Kinderfest im Club absolvieren konnten. Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool

Heiligenhaus.   Das Kinderfest im Club konnte dank Sonne satt im Freien stattfinden. Die Kinder konnten sich an verschiedenen Spielstationen austoben.

Der Hausarrest wurde endlich aufgehoben: Das Kinderfest des Clubs konnte dank eines strahlend blauen Himmels in diesem Jahr nach draußen verlegt werden. Sonst huschten die Kinder im Treppenhaus des Zentrums für Jugend in Kultur immer von einer Spielstation zur nächsten. Diesmal wurde der Parkplatz kurzerhand zur Spielwiese umfunktioniert.

Ein riesiges Feuerwehrfahrzeug blockiert an diesem Tag die Hülsbecker Straße. Dahinter stehen ein Krankenwagen und das Einsatzfahrzeug des Technischen Hilfswerkes. Das, was nach dicken Unfall aussieht, ist ein Wirklichkeit pures Vergnügen. Die Jugendfeuerwehr macht Wasserspiele mit dem Schlauch, die Damen und Herren des Roten Kreuzes schminken mutigen Kinder klaffende Wunden und das THW baut zwei Gerüste auf. Die kleinen Besucher des Kinderfestes stehen mit großen Augen davor und beobachten das ganze Spektakel.

Nicht so Emily. Die Siebenjährige hat keine Zeit, um den Jungs des THW beim Klettern zuzuschauen, sie muss ganz dringend zur Smarties-Rutsche. „Das ist das Einzige, was mir noch auf der Karte fehlt“, sagt sie und hält stolz ihre Stempelkarte hoch. Bei dieser Station müssen die Kinder geduldig auf ein buntes Bonbon am Ende einer geschlängelten Rutsche warten, um es dann – bumm – mit einem Hammer zu zertrümmern. „Das ist meine Lieblingsstation“, sagt Emily und marschiert prompt in Richtung des großen Holzturmes.

Ihre Mutter Karin Matejovski kann sich, während Emily Bonbons in bunte Splitter zerschlägt, in Ruhe eine Waffel gönnen. „Wenn mein Mann heute schon mit seinem Freunden unterwegs ist, kann ich es mir auch in der Sonne gemütlich machen“, findet sie und lacht. „Nein, Spaß bei Seite. Ich finde das Kinderfest wirklich schön. Hier hat Emily die Gelegenheit, mit anderen zu spielen und zu toben.“

„Viele Leute parken ihre Kinder ja lieber vor dem Fernseher, deshalb ist so etwas selten geworden“, erklärt Matejovski mit einem besorgt anmutenden Gesichtsausdruck. Hier seien die Spiele noch so wie sie auch früher gerne von Kindern gespielt wurden. Und mal ehrlich, keine Kindersendung der Welt macht so viel Spaß, wie einen mit Sand gefüllten Ball in eine gerade neu aufgebaute Dosenpyramide zu werfen.

Kirsten Gnoth


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