Die Traditions-Farben der vokalen Holding

Das Herren-Ensemble Frohsinn gestaltet in der St. Ludgeruskirche ein vielfarbiges Sommer-Programm.Foto:Heinz-Werner Rieck
Das Herren-Ensemble Frohsinn gestaltet in der St. Ludgeruskirche ein vielfarbiges Sommer-Programm.Foto:Heinz-Werner Rieck
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Was wir bereits wissen
Mit dem Frauenchor Da Capo und mit dem 13-jährigen Violinisten Jasper Sitte gestaltete das Herren-Ensemble Frohsinn einen stimmungsvollen Liederabend.

Altes Können im neuen Konzept präsentierten die Herren des Frohsinns am Sonntagabend in der St.- Ludgerus-Kirche bei einem „volkstümlichen Konzert“. In gewohnter Weise begeisterten ebenfalls die musikalischen Gäste.

Eine andächtige Atmosphäre finden die hereintretenden Besucher am Sonntagabend in der Ludgerus-Kirche vor. Das Gotteshaus füllt sich nur allmählich, bis um kurz nach 19 Uhr die Glocken ertönen und Ingo Hannuschka das volkstümliche Kammerkonzert der vokalen Holding Frohsinn eröffnet. „Wir begrüßen unsere wenigen, aber elitären Gäste“, freut sich der erste Vorsitzende des Chores, und wendet sich dabei gleichfalls an den stellvertretenden Bürgermeister Heinz-Peter Schreven und an Regina van Dinther, die Präsidentin des Chorverbandes NRW, die zu diesem erstmaligen Erlebnis in die Kirche gekommen war.

„An diesem Ort haben wir vorher noch kein Konzert gegeben“, erzählt Peter Ihle, ehemaliger Bürgermeister und Mitglied des Chores, noch kurz vor dem Beginn. „Wir machen das, um zu zeigen, dass die Männer auch noch ihre alte Literatur beherrschen.“ Der Frohsinn hat sich seit 2013 sehr verändert, das Auftreten eines Männerchores abgelegt und die Perspektiven geöffnet zu einer vokalen Holding, die ebenfalls Frauen und auch junge Sänger umschließt. „Wir haben verschiedene Ensembles, mit denen wir verschiedene Geschmäcker erreichen können“, erzählt Chorleiter Hermannjosef Roosen merklich stolz.

Am Sonntag bewiesen sich nun wieder einmal die Männer in gewohnter Konstellation, klassisch gekleidet in schwarzen Hosen, weißen Hemden und blauen Westen. Das erste Lied, begleitet am Klavier von Roosen, schlägt ruhige Töne in mehrstimmiger Fasson an. Die Männer schaffen einen atmosphärischen Einstieg in den Abend, durchzogen von den unterschiedlichsten Volksliedern. „Volkstümliche Musik wird immer etwas belächelt“, bemerkt Roosen. „Man sollte aber bedenken, dass Volkslieder Kulturgut sind.“

Feuriger „Czardas“ begeisterte

Für immer neue Impulse und abwechslungsreiche Programme ist der Frohsinn zurzeit bekannt und so luden sich die aktiven Sänger auch zu diesem Konzert einige bereichernde Gäste ein. So wechselten sich die Herren des Frohsinns mit dem Frauenchor Da Capo aus Moers-Repelen mit den gesanglichen Beiträgen ab, präsentierten somit einen abwechslungsreichen, klangvollen Kammerlieder-Abend.

Für den instrumentalen Höhepunkt sorgten die beiden jüngsten Künstler Jasper Sitte (13) an der Violine und Leon Chiata (16) begleitend am Klavier. Die vier Einlagen, die von den zwei Ausnahmetalenten gespielt wurden, ernteten bei den anwesenden Gästen schallenden Applaus und Standing Ovations. Besonders ein feuriger „Czardas“ sorgte für rege Begeisterung bei den Besuchern.

Auch bei den eigenen Vorträgen sieht der Zuschauer die Freude am Singen der Mitglieder des Frohsinns. Gerade die schwungvollen Auftritte verleiten den einen oder anderen Sänger selbst zum rhythmischen Mitwippen. „Beim Singen hat das Gehirn richtig was zu tun, für Atemtechnik und Herz- Kreislauf ist es toll und nicht zuletzt natürlich wegen der wunderbaren Gemeinschaft“, sieht Regina van Dinther den Spaß und das positive Gefühl, einer Gruppe anzugehören. Die Präsidentin des Chorverbandes, der in NRW der größte Kulturverband des Landes darstellt, resümiert den Liederabend zufrieden: „Das heute war leise und schön.“