Das aktuelle Wetter Heiligenhaus 13°C
Blitzer-Marathon

Die Entdeckung der Langsamkeit

10.02.2012 | 16:05 Uhr
Die Entdeckung der Langsamkeit
Ins Visier genommen: An der Ratinger Straße überwacht Marco Bernzen vom Verkehrsdienst des Kreises Mettmann die Geschwindigkeit der Autofahrer. Foto: H.W. Rieck

Heiligenhaus.Einmal unkonzentriert sein: 20 Euro aufwärts. Tempolimit beachten: unbezahlbar. Das galt gestern, am Tag des landesweiten Blitz-Marathons, in besonderem Maße. Deshalb entdeckten viele Autofahrer gestern wieder die Langsamkeit. Ob sie langsam genug waren, überwachte die Polizei in Heiligenhaus schwerpunktmäßig an der B 227.

Dass man auch an anderen Stellen im Stadtgebiet mit Polizei und Laserpistolen rechnen muss, erfährt eine Mettmannerin um halb elf am eigenen Geldbeutel. Von den flächendeckenden Geschwindigkeitskontrollen hat die Autofahrerin natürlich gehört – zu schnell ist sie trotzdem. 64 km/h zeigt das mobile Lasermessgerät an, als die Frau mit ihrem Wagen die Ratinger Straße am Grüner Jäger passiert. 50 Stundenkilometer sind hier nur erlaubt, deshalb winkt sie ein Polizeibeamter mit roter Kelle auf die Parkfläche vor dem Grünen Jäger. Hier haben sich Oberkommissar Marco Bernzen und seine Kollegen vom Verkehrsdienst des Kreises Mettmann stationiert. Das Team hat am Tag des Blitzer-Marathons die Frühschicht, steht seit 6.30 Uhr an Heiligenhauser Straßen.

Gefrorene Fahrbahn

Bevor Bernzen und seine Kollegen ihr Messgerät an der Ratinger Straße aufbauen, überwachen sie den Verkehr an der Losenburger Straße. Dort zücken sie sechsmal die Kelle. Eine Frau hat es besonders eilig: bei erlaubten 50 km/h braust sie mit 81 Stundenkilometern in die Polizeikontrolle. „Und das bei leicht gefrorener Fahrbahn“, sagt Marco Bernzen. Der Oberkommissar blickt durch das Visier des Messgeräts, nimmt einen Kleinwagen in den Fokus und misst per Knopfdruck die Geschwindigkeit. Es piept, das Messgerät zeigt die Geschwindigkeit an. Alles im grünen Bereich. Der Fahrer muss nicht mit der roten Kelle rechnen.

„Die Leute haben sich drauf eingestellt“, sagt Bernzen und wippt in der Kälte mit den Füßen. Das im Messgerät eingebaute Thermometer zeigt zwar minus fünf Grad an, die Technik behindert die Kälte allerdings nicht.

Oberkommissar Hans-Jürgen Ullmann hat sich auf den frostigen Dienst gut vorbereitet: „Zwei Paar Socken, Einlegesohle, lange Unterhose“, zählt er auf. „Und viele warme Gedanken“, fügt Kollege Bernzen hinzu. Die brauchen die Mitarbeiter des Verkehrsdienstes auch, denn zusätzlich pfeift ein bitterkalter Wind um den Grünen Jäger.

65 Beamte

Bernzen und Ullmann sind zwei von 65 Polizeibeamten, die beim 24-Stunden-Marathon mit Radaranlagen, Lasergeräten und zivilen Radarfahrzeugen die Geschwindigkeit auf den Straßen des Kreises messen. Hintergrund der landesweiten Aktion: Die Zahl der Verkehrstoten steigt. „Das ist auch im Kreis Mettmann so“, sagt Frank Sobotta , Pressesprecher der Kreispolizei. Gestern glänzten viele Autofahrer jedoch mit ziviler Fahrweise – das ist auch dem Polizeisprecher aufgefallen.

Hannah Blazejewski

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6336307/create

Aktuelle Fotos und Videos
Unternehmen mit Tradition
Bildgalerie
Fotostrecke
Die Frau die singt.
Bildgalerie
Fotostrecke
Sonnige Matinee
Bildgalerie
Matinee
Kinderfest Club
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Kabarett von der Stange
Kultur
Einen Querschnitt durchs Leben machte Kabarettist Stephan Bauer in seinem Programm „Warum heiraten – Leasing tut’s doch auch“. Vom Zusammenleben mit einer jüngeren Frau über Eifersucht bis hin zur Midlife-Crisis, Bauer lässt komödiantisch gesehen zwar kein Fettnäpfchen aus, tritt aber nie wirklich
Blumenbomben für den Nonnenbruch
Guerilla-Gardening
Mit Munition aus Pflanzensamen wollen Bürger den Nonnenbruch erblühen lassen.