„Dat Jöngken“ aus Heiligenhaus feiert 95. Geburtstag

August Steinbrinkfeiert am 3. Juni seinen  95. Geburtstag.
August Steinbrinkfeiert am 3. Juni seinen 95. Geburtstag.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
August Steinbrink ist ein fleißiger Chronist der Heiligenhauser Geschichte.

Heiligenhaus..  „Hätte ich gewusst, dass ich so alt werde, hätte ich mir wohl doch noch einen Computer zugelegt“, sagt August Steinbrink schmunzelnd. Seit vielen Jahrzehnten ist er als Chronist der Heljenser Geschichte und Geschichten bei den Bürgern bekannt, am heutigen 3. Juni wird er 95 Jahre.

Angesichts der modernen kleinen USB-Datenträger schüttelt er nur den Kopf. Er liebt seine elektronische Schreibmaschine, die Texte nicht nur auf Papier auswirft, sondern auch auf Diskette speichern kann. Sie hat ihm allzeit treue Dienste erwiesen, wenn er Platt-Texte schreibt oder Histörchen, die ihm zugetragen wurden, in Worte fasst.

Der den WAZ-Lesern seit vielen Jahren bestens bekannte Heimatchronist ist ein echter Heljenser, gebürtig aus Hasselbeck. „In der Familie wurde ich immer ‘dat Jöngken’ gerufen“, erzählt er. In Anlehnung daran nennt er sich seither „Jöngken ut Hasselbeck“.

Zwei Bücher über sein Leben hat er veröffentlicht. Das Besondere: Diese hat er zunächst auf Platt geschrieben und erst anschließend den hochdeutschen Text, „damit alle es verstehen können.“ Seine Zielgruppe waren die Enkel. Die sollten etwas erfahren über Schulerlebnisse, die heimische Industrie (der Industriekaufmann war 46 Jahre bei Steinbach & Vollmann beschäftigt) sowie Kriegs- und Nachkriegsereignisse. Außerdem beleuchtet er die Lebensumstände, Verkehrsmittel, Gebäude und Straßen in der Landgemeinde Heiligenhaus. Dazu passt, dass Steinbrink 15 Jahre den Geschichtsverein als erster Vorsitzender leitete und im Redaktionsteam des ev. Gemeindebriefes mitwirkt.

Mit dem Schreiben hält er die kleinen grauen Zellen jung, mit dem Schwimmen den übrigen Körper. Jeden Morgen um sieben zieht August Steinbrink seine Bahnen im Velberter Parkbad. Am liebsten draußen – und das sogar im Winter. Früher gab es dazu noch Radtouren an Rhein und Ruhr, ausgedehnte Fahrten mit seiner Frau führten sogar nach Paris und Masuren. Auch das Imkern, mit diesem Hobby begann er 1949, führte ihn all die Jahre immer wieder raus in die Natur.

August Steinbrink ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Bürgertalers (1993) sowie des französischen Verdienstkreuzes (1985). Die WAZ gratuliert recht herzlich zum Ehrentag.