Das Jahr nach dem Tsunami – auch in Heiligenhaus ein Thema
14.02.2012 | 18:02 Uhr 2012-02-14T18:02:00+0100
Heiligenhaus. Der Männergesangverein „Heimatklänge“ organisiert ein Benefiz-Konzert für die Tsunami-Opfer in Japan. Der Heiligenhauser Yoshio Yoshida verarbeitet die Katastrophe künstlerisch.
Vereine, sagt Gerd Schlupkothen vom MGV Heimatklänge, dienten nicht nur der schöngeistigen Freizeitgestaltung. „Wir tragen auch eine humanitäre und soziale Verantwortung.“ So war man sich im Chor schnell einig, dass die Opfer der Tsunami-Katastrophe in Japan Unterstützung brauchen. „Zumal wir seit mehr als 25 Jahren Kontakte zum Sakura-Chor in Düsseldorf pflegen und die Ereignisse auch für uns sehr nah sind.“
Der Gedanke eines Benefiz-Konzertes war geboren – und im Laufe der vergangenen Monate hat sich daraus ein vielfältiges Abendprogramm mit unterschiedlichen Aspekten entwickelt. Das Konzert findet am 17. März um 19 Uhr in der Kant-Aula statt – wenige Tage nach dem Jahrestag der Katastrophe. Schirmherr ist Bürgermeister Dr. Jan Heinisch. Der die Mitwirkenden für ihre besondere Idee lobt, ihre Kontakte zu Künstlern und Chören zu nutzen, um die Verbundenheit mit dem japanischen Volk zu zeigen und auf diesem Wege finanzielle Mittel für Hilfsprojekte zu bekommen.
Auch die Akkordeonfreunde und der Chor Ars Cantica sind mit von der Partie
Neben dem MGV Heimatklänge werden die Akkordeonfreunde Heiligenhaus und der Chor Ars Cantica auftreten. Als Gäste werden zudem das Koto-Ensemble, der Sakura-Chor sowie die Pianistin Kazuko Takaishi auf der im japanischen Ambiente gestalteten Bühne stehen.
Im Foyer der Aula soll eine Ausstellung des Fotografen Satoshi Ueda den Besuchern die erschütternden Ereignisse vom 11. März 2011 noch einmal vergegenwärtigen. „Wir möchten die Menschen sensibilisieren. Japan, diese Naturkatastrophe, ist näher als wir glauben“, sagt Heimatklänge-Mitglied Willi Klaßen, der die Fotos für die Präsentation aufbereiten wird.
Auf Einladung des Stadtmarketing-Arbeitskreises Kultur und Gesellschaft wird ein weiterer japanischer Künstler ebenfalls am 17. März dabei sein: Yoshio Yoshida. Seit 35 Jahren lebt er bereits in Heiligenhaus, arbeitet in einem Künstlerhaus in Düsseldorf. Seine heimischen Wurzeln vergisst er indes nie. Die Tsunami-Katastrophe hat ihn selbstredend tief erschüttert.
Yoshida signiert jeden Druck persönlich
Künstlerisch verarbeiten möchte er sie in einem großen Monument. Um ihm dessen Realisierung zu ermöglichen, bietet der Stadtmarketing-Arbeitskreis in einer limitierten Auflage von 100 Stück einen Yoshida-Druck zu 50 Euro an. Der Künstler wird jeden Druck persönlich anlässlich des Benefiz-Konzertes signieren. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus einem großformatigen Triptychon (2 x 5,50 m), an dessen Entstehung der Heiligenhauser Künstler lange Jahre gearbeitet hat. Das in expressiven Farben gehaltene Werk symbolisiere die neue, unendliche Kraft, die aus einer Zerstörung erwachsen könne, erklärt der Künstler. „Dies ist ein Kontrast zu den Verwüstungen, die geschehen sind.“
Das monumentale Triptychon soll ebenfalls in der Kant-Aula aufgestellt werden – eine Herausforderung für die Logistik, wie Arbeitskreis-Sprecherin Ruth Ortlinghaus sagt. „Aber das kriegen wir schon hin.“ Übrigens eine Premiere, denn dieses Triptychon wurde noch nie öffentlich gezeigt.
0mitdiskutieren