Butzko und Braga mit Visionen und Samba

Samba für Harfe: Cristina Braga aus Rio de Janeiro.Foto:kulturbüro
Samba für Harfe: Cristina Braga aus Rio de Janeiro.Foto:kulturbüro
Was wir bereits wissen
Im Kulturkalender jagen sich die Termine: am 4. März zuerst Kabarett im Club, am 6. März gefolgt von brasilianischer Harfenmusik im Museum Abtsküche.

Als wollte der Kulturkalender den Frühling herbeizwingen mit dem Strauß seiner Angebote – so dicht gebündelt sind die Termine im März. Den Anfang macht allerdings nicht die Musik, sondern das geschliffene Wort.

H. G. Butzko, der „Hirnschrittmacher des deutschen Kabaretts“ gastiert am Mittwoch, 4. März, um 20 Uhr wieder im Club, mit seinem neuen Programm „Super Vision“.

Ausgangspunkt ist die Äußerung von Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung: „Diese Bundesregierung will die Quellen des guten Lebens allen zugänglich machen.“ Mit diesem Motto wollte die Kanzlerin ein Leitmotiv, eine Vision für die neue Legislaturperiode benennen, obwohl Helmut Schmidt mal sagte: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“ Butzko weiß: Sie war zu diesem Zeitpunkt, nach ihrem Skiunfall samt Beckenbruch, ja beim Arzt gewesen und medikamentös eingestellt. Manchmal kann also selbst ein Arzt nicht helfen.

Wahrscheinlich genau deswegen blieb die Kanzlerin auch die Definition schuldig, was unter einem „guten Leben“ überhaupt zu verstehen sei. Fragte man aber die Bürger, was für sie ein gutes Leben ist, gäbe es wohl 80 Millionen unterschiedliche Antworten. Angela Merkels Regierungskunst besteht nun darin, jeden Einzelnen im Glauben zu belassen, genau dessen Antwort gemeint zu haben. Das macht sie so beliebt. Was aber nichts anderes heißt, ahnt Butzko, als dass der Bumerang, den sie in die Luft geworfen hat, sich „im Moment noch in der Phase des Hinfluges befindet“.

Weniger Gedankenschwere als vielmehr Lebensfreude verspricht Cristina Bragas Gastspiel im Museum Abtsküche am Freitag, 6. März, um 20 Uhr.

Die in Rio de Janeiro lebende Harfenistin und Sängerin ist in ihrer brasilianischen Heimat gleichermaßen bekannt und erfolgreich. 20 CDs sind bereits von ihr erschienen, viele davon auch in Europa. So gehört Cristina Braga längst zu den Stars der Samba-Szene.

Neben ihrer ursprünglichen Profession als erste Harfenistin der städtischen Oper von Rio (des Teatro Municipal) führt Cristina Braga ein musikalisches Doppelleben. In ihrer „Nebenrolle“ spielt sie eine blaue Harfe und wird in der Welt des Bossa Nova auch zur Sängerin. Wie selbstverständlich bewegt sich die vielseitige Musikerin über die Genres hinweg und ist in Jazz und Klassik gleichermaßen erfolgreich. Berühmt wurde sie in ihrer Heimat dafür, dass sie auch „música popular brasileira“, die Volksmusik, als Einfluss gelten lässt.

Mit dem Programm „Samba, Jazz and Love“ interpretiert Cristina Braga ausgewählte Juwelen und brasilianische Klassiker, kunstvoll arrangiert von Ricardo Medeiros. Dieser begleitet sie auch an Akustik-Bass und Gitarre, während Mauro Martins sich ums Schlagwerk kümmert.