Braune Ideologie in buntem Glas

Heiligenhaus..  Auch die Verglasung der großen Saal-Fenster war nicht nach dem Geschmack der örtlichen Nationalsozialisten. Deshalb verzierte man die drei Mittelfenster mit Wappen und figürlichen Darstellungen aus Industrie und Landwirtschaft. Für die beiden seitlichen Nischenfenster hatten die Gestalter einen anderen Plan: Hier sollten Familienwappen platziert werden.

Gläserne Ahnentafel

Im Katalog zur Ausstellung „Heiligenhaus und sein Rathaus“, die von Dezember 1989 bis Januar 1990 lief, heißt es dazu unter anderem: „Wappen all derer, die seit der Machtübernahme sich selbstlos in den Dienst der kommunalpolitischen Aufbauarbeit in der Gemeinde Heiligenhaus gestellt haben“. Auf diese Weise wollten die Nationalsozialisten eine „kommunalpolitische Ahnentafel“ schaffen. Sie sollte späteren „Geschlechtern Zeugnis ablegen vom Wirken und Schaffen verantwortungsbewusster Männer nach 1933“.

Die bunt verglasten Fensterscheiben mit Sämann und Bäuerin sind verschwunden. Das Licht fällt nun wieder durch schlichte Fensterscheiben in den großen Sitzungssaal.

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