Blutspenden in der Kant-Aula

Die Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums bietet einen großen Saal für viele Blutspende-Liegen, von denen einige frei blieben.
Die Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums bietet einen großen Saal für viele Blutspende-Liegen, von denen einige frei blieben.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das DRK veranstaltet seine monatliche Blutenspenden-Aktion in der Kant-Aula. Es mangelt zunehmend an Blutkonserven, wie Rotkreuz-Statistiken zeigen.

Heiligenhaus..  „Waren Sie schon einmal Blut spenden?“fragt eine freundliche Dame im Foyer der IKG-Aula. Die ernüchternde Antwort ist oft ein „Nein“. Anke Besta ging bereits 39 Mal zur Blutspende und kann diese Haltung nicht nachvollziehen: „Jeder kann in die Situation kommen, Blut zu benötigen. Darum sollte auch jeder Blut spenden gehen, der kann.“ Ihr Sohn ist das erste Mal dabei. „Er ist heute 18 geworden“, erklärt Anke Besta. Mit der Volljährigkeit ist er als Spender zugelassen.

Wer Blut spenden möchte, muss zudem weitere Voraussetzungen erfüllen. DRK-Teamleiter Patrick Messingfeld erläutert: „Männer dürfen maximal sechsmal jährlich Blut spenden. Frauen viermal. Zwischen den Vollblutspenden müssen mindestens 56 Tage liegen.“ Nur so bleibt genügend Zeit für die Neubildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Zudem wird ein Lichtbildausweis oder Blutspenderpass benötigt sowie eine ärztliche Zulassung von Erstspendern, die älter als 60 Jahre alt sind.

„Wir nehmen jeweils einen halben Liter Blut ab“, erklärt Ilse Alberti vom DRK Heiligenhaus. „Anschließend steht unseren Spendern eine leckere Auswahl vom Büffet bereit – von Salat, Brötchen, Schokolade und Joghurt bis zu diversen Getränken ist alles da.“

Blutgruppen und Mettbrötchen

„Die Mettbrötchen sind gut, das ist ein guter Grund, um hierher zu kommen“, scherzt Anke Besta. Ihr Sohn liegt währenddessen tapfer auf der Liege und hält den Arm ruhig, damit Patrick Messingfeld die Nadel entfernen kann. „Wir haben zu Hause nur kurz über das Blutspenden gesprochen. Für mich war schnell klar, dass ich auch Blut spenden werde“, meint Jannick Besta. „Meine Mutter macht das auch schon lange, und ein Freund von mir geht jetzt auch spenden. Das tut auch gar nicht weh“

Auch über das Thema Organspende haben beide bereits diskutiert. „Wir sind nicht abgeneigt“, sagt Anke Besta. „Schwarze Schafe gibt es überall, davon sollte man sich nicht abschrecken lassen.“

Ilse Alberti bemängelt, dass zwar sehr viel in Medizin und Raumfahrt geforscht werde, aber bislang noch kein künstliches Blut hergestellt werden könne: „Im Moment steigen die Krebsraten rapide an und wir brauchen für Krebspatienten viele Blutkonserven mit frischen Blutkörperchen.“

Die Blutgruppen AB und Null negativ sind besonders selten. Das Blut wird nach der Entnahme in Kühlboxen gelagert und anschließend in Kühlwagen zur zentralen Sammelstelle nach Ratingen-Breitscheid gefahren. Von dort werden die Konserven mit Sonderrechtsfahrzeugen zu den Einsatzorten gebracht. „Die Vollblutspenden werden dort von allen Unreinheiten bereinigt und sortiert“, erläutert Ilse Alberti. Es besteht bei mobilen Blutspendewagen die Möglichkeit, nur Blutplasma zu filtern. Die restlichen Blutbestandteile werden in die Vene zurückgepumpt.

Das Statistische Bundesamt rechnet mit einer Zunahme der benötigten Blutspenden bis 2030 auf 5,5 Millionen, während das Spendenaufkommen von heute rund 4,5 Millionen Spenden pro Jahr auf 3,5 Millionen sinken wird. „Ich merke, dass die Bereitschaft zurückgeht“, sagt Anke Besta, „Dabei lohnt es doch schon herzukommen, damit der Bluttyp festgestellt wird.“