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Blues-Rock geht ins Ohr

06.04.2008 | 17:05 Uhr

Die Musiker der Gelsenkirchener Band "Re-Late" spielen ihre Songs mit ganzer Seele.Damit zogen die drei jungen Männer beim Konzert im Club ohne Zweifel das Publikum in ihren Bann

Seit zwei Jahren spielen Jan Rinke, Pede Halfmann und Felix Engel (v.l.) zusammen. Der Blues-Rock der Gelsenkirchener Gruppe ist eine Mischung aus verschiedenen Stilen wie Funk, Rhythm and Blues, Chicago und Modern Blues. Foto: Fritz Baum

Als Jan und Pede am vergangenen Freitagabend die Bühne im Club betreten und ab und zu bescheiden ins Publikum grinsen, während sie ihre Instrumente einspielen, erwartet man gute Unterhaltung. Eben nette Musik von sympathischen Jungs. Doch als die beiden dann zusammen mit Schlagzeuger Felix loslegen, übertrifft ihre Musik alle Erwartungen. Denn: "Re-Late" boten den Zuschauern in der Hülsbecker Straße Blues-Rock vom Allerfeinsten.

"Blues ist meine Leidenschaft", sagt Gitarrist und Sänger Patrick "Pede" Halfmann. "Das ist die Musik, die ich am meisten liebe, an der ich hängen geblieben bin", erklärt auch Jan Rinke, der neben der Bassgitarre auch seine Stimmbänder beherrscht.

Und das zu hören, fällt nicht schwer. Mit geschlossenen Augen und lächelnd stehen Pede und Jan am Abend auf der Bühne, scheinen jede einzelne Note, jeden Ton im Körper zu spüren, ihre Songs mit ganzer Seele zu spielen. "Unsere Musik bedeutet uns alles", bestätigt der 20-jährige Felix Engel, Taktgeber der Band.

Ohne Zweifel ziehen die drei jungen Männer das Publikum in ihren Bann: Schon nach dem ersten Lied kann sich niemand der Gäste mehr ruhig halten. Überall, wo man am Abend hinguckt, sieht man wippende Köpfe, Finger und Füße, die den mitreißenden Melodien von "Re-Late" folgen.

Und das ist nicht verwunderlich. Der Blues-Rock der Gelsenkirchener Gruppe, der eine Mischung aus verschiedenen Stilen wie Funk, Rhythm and Blues, Chicago und Modern Blues ist, geht einem einfach sofort ins Ohr. So wie auch der Beatles-Klassiker "Come together", den die dreiköpfige Truppe in grandioser Eigenfassung zum Besten gibt und ihm den letzten Blues einhaucht.

Ob die fesselnden Gitarrensoli oder die kraftvollen Bluesstimmen der beiden Sänger - bei dieser Band stimmt einfach alles. Da ist es dann das Pünktchen auf dem i, als Special Guest Manfred Halfmann (der Vater von Pede) die Bühne betritt - den Cowboyhut tief ins Gesicht gezogen - und mit seiner Harp (erweiterte Mundharmoniker) den Zuschauern durch enorme Fingerfertigkeit den letzten Atem nimmt.

"Bei uns hat es praktisch sofort gefunkt", sagt Pede und lacht. Schon bei ihrer ersten Probe vor zwei Jahren habe alles gepasst. Und seitdem haben die leidenschaftlichen Musiker viel erreicht: So traten sie unter anderem als Vorreiter von John Lee Hooker junior (Sohn der amerikanischen Blueslegende John Lee Hooker) auf und gewannen als beste Rhythm & Blues-Band bei der Verleihung des Deutschen Rock & Pop Preises. Ein erstes Album mit dem Titel "Timeless Blues" haben die jungen Männer in 2007 auch schon erfolgreich veröffentlicht.

"Dank Simone Richter, unserer Managerin, hatten wir 31 Auftritte - allein im letzten Jahr", erklärt Felix, was zwar "stressig" sei, aber sich jedesmal lohne. Was "Re-Late" da noch für Ziele habe? "Wir würden uns gerne einen Namen erspielen", sagt der 22-jährige Jan Rinke. "Irgendwann einmal sollen uns Bluesliebhaber mit richtig guter Musik in Verbindung bringen." Darauf muss das Trio sicher nicht mehr lange warten.

Von Jenni Sauer

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