Bleibt ISH-Schulleiter Passo?
15.02.2012 | 19:14 Uhr 2012-02-15T19:14:00+0100
Heiligenhaus. Geschäftsführerin Dr. Ursula Mock teilte dies den Eltern in einer E-Mail mit. Diese reagieren geschockt bis gelassen.
Mit Ricardo Passo sollte es an der International School Heiligenhaus einige Veränderungen geben. Ein Headhunter, der sonst Spitzenpersonal für die Wirtschaft sucht, rekrutierte den 42-Jährigen im vergangenen Sommer für den Job als Schulleiter in Heiligenhaus. Im September trat er sein Amt an. Gestern früh erfuhr er offensichtlich von seiner Entlassung durch Dr. Ursula Mock.
„Es tut mir außerordentlich leid, Ihnen heute mitteilen zu müssen, dass ich mich von Mr. Ricardo Passo als Schulleiter trennen muss“, heißt es in einer E-Mail, die die Geschäftsführerin Dr. Mock in der Nacht zu Mittwoch an die Eltern der ISH-Schüler verschickte und die im Wortlaut der WAZ-Redaktion vorliegt.
„Seine pädagogischen Fähigkeiten sind die eine, die in der Schule sicht- und spürbaren Ergebnisse die andere Seite. Bei allen pädagogischen Fähigkeiten ist es leider nicht gelungen, sich den administrativen Belangen unserer Schule mit der nötigen Aufmerksamkeit und entsprechendem Nachdruck zu widmen“, heißt es dort wortwörtlich. „Das war für uns unglaublich, wir waren geschockt“, berichtet die Mutter einer ISH-Schülerin konsterniert der WAZ.
Keine bösen Worte
Elternvertreter Ralf Franke reagierte genauso. „Ich habe meinen Unmut und Frust über die neuerliche Entwicklung zum Anlass genommen, sofort das Gespräch mit den beteiligten Personen zu suchen“, berichtet er in einem Elternbrief, der die WAZ-Redaktion gestern Abend erreichte.
Gemeinsam mit einem weiteren Elternvertreter hätten er, Dr. Mock und Ricardo Passo über die Angelegenheit gesprochen. „Dabei stellte sich die E-Mail in einem völlig anderem Licht dar. Frau Dr. Mock hat sich von Hr. Passo offiziell getrennt. Der Grund dafür war jedoch keine einsame Entscheidung, sondern Herrn Passos Feststellung ‘er könne und wolle so nicht weiterarbeiten’.“ Vor allem die ständigen Interventionen der Elternschaft seien mit „so“ gemeint. „Dabei schilderte uns Herr Passo wie und mit welcher Intensität er nahezu permanent von Eltern wegen Nichtigkeiten massiv angegangen wird. Gleichzeitig wird mehr oder weniger offen immer mit dem Weggang des eigenen Kindes von der Schule und mit der Möglichkeit auch andere zu beeinflussen, gedroht. Diesem, ständig zunehmenden Druck sieht sich Herr Passo nicht gewachsen.“ Es habe keinerlei „böse Worte“ zwischen Dr. Mock und ihm gegeben, nimmt Ralf Franke aus dem Gespräch mit – und das Versprechen der Geschäftsführerin, mit Passo gerne weitermachen zu wollen, wenn es der Elternschaft gelingen würde, ihn umzustimmen.
Aber Unmut und Frust
Franke sieht die Fronten nicht als verhärtet an, sieht noch Chancen, das Blatt zu wenden. Vielen Eltern wäre daran gelegen, Ricardo Passo zu behalten, erfährt die WAZ in weiteren Gesprächen mit Betroffenen. Wenngleich die nach wie vor hohe Fluktuationsrate beim Lehrpersonal bemängelt wird. Eine Mutter berichtet auch von einer Vielzahl von Schülern – mehr als 20 –, die zum Jahresende die Schule verlassen hätten. „Nicht wenige sind wohl nach Duisburg gewechselt.“
Davon weiß auch Petra Ullrich, Vorsitzende des Vereins „Vergessene Kinder“, die ihre beiden Sprösslinge an der ISH hat. „Diese Duisburger Schule hat jetzt auch die IB-Zulassung. Das passte gerade gut, da einige Eltern wohl unzufrieden waren, weil der Schulleiter ihre Wünsche nicht berücksichtigt habe.“ Das Ehepaar Ullrich nahm die Mitteilung von Geschäftsführerin Mock im Gegensatz zu anderen „gelassen“ auf. „Wir haben damit gerechnet. Seine Probezeit ist zu Ende und sie musste sich entscheiden, ob er bleibt.“ Freundlich und nett sei Ricardo Passo, ein guter Lehrer, „aber wohl nicht kompetent genug, um auch die administrativen Aufgaben zu meistern“, meint Petra Ullrich. Passo habe wohl abgelehnt, dass ihm ein kaufmännischer Direktor zur Seite gestellt werde. „Alles oder gar nichts, das wollte er“, ist Petra Ullrichs Eindruck.
09:29
Und man stelle sich mal vor Herr Passo hätte sich den Eingebungen der Eltern erfolgreich verschlossen, da hätte sich die wirtschaftlich denkende Schulleiterin aber enorm eingeschaltet (so wie jetzt geschehen). Es sind übrigens weit mehr als 20 Schüler von der ISH gegangen. Dieses aber nicht wegen mangelnder Einflussmöglichkeiten, sondern wegen mangelnder pädagogischer Konzepte und somit Perspektivlosigkeit für die Kinder. Jemanden wegen adminsitrativer Gründe nun freizustellen spricht ja auch eine deutliche Sprache. Die Pädagogik scheint ein Randthema zu sein. Schade, die Schule hatte wirklich einen guten Start, alle Chancen aber keine "excellence in execution".... Den verbleibenden Schülern kann man nur wünschen einen sicheren Hafen zu finden.
08:46
Wundersamer Wandel innerhalb 10 Stunden....
Um 23:23 Uhr wurde die Trennung seitens Dr. Mock bekanntgegeben. Begründung: strukturelle Unzulänglichkeiten und die Ablehnung eines unterstützenden Kaufm. Leiters.
Da stellt sich die 1. Frage, warum an dem vor einigen Wochen stattfindenden Frage-Antwort-Abend von Seitens der Trägerschaft gesagt wurde, dass eine Unterstützung von Herrn Passo nicht notwendig sei.....
Die nächste Frage stellt sich, wenn man hört, dass Herr Passo von der nächtlichen Email nichts wusste und davon morgens überrascht wurde. Zumal in einem Elterngespräch bekräftigt wird, dass man doch auf jeden Fall mit Herrn Passo weiterarbeiten möchte. Ist das der Führungsstil, der den Kindern beigebracht werden soll? Erst öffentlich denunzieren und dann als Missverständnis darzustellen..... Und dann bestätigt Herr Passo, dass kein böses Wort gefallen ist?! Vielleicht ist das auch einfach sein Stil kein böses Blut zu waschen.....Wobei man auch da kritisch hinterfragen muss, ob es nicht doch unverschämt ist, jetzt die Schuld den Eltern zu geben. A prospros keine bösen Worte.... Wenn 2 Erwachsene sich auf dem Schulhof vor allen Kindern anschreien, werden wahrscheinlich nur nette Worte getauscht....
Fragen über Fragen und sehr wundersame Wandlungen.....
Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass Frau Dr. Mock ihrem Führungstil der letzten Jahre treu geblieben ist und es jedes mal schafft, ein neues Kasperle Theater zu Lasten der Kinder, Eltern und Lehrer zu kreieren. Und sollte Herr Passo wirklich nur aufgrund des Drucks der Eltern das Handtuch geschmissen haben, muss man wohl auch da sagen, dann war er nicht der richtige.....
20:32
Tja, da fällt einem die schöne deutsche Redensart ein: "Der Fisch stinkt immer vom Kopf her"...