Bilder aus der Arbeitswelt
21.05.2012 | 17:04 Uhr 2012-05-21T17:04:00+0200
Heiligenhaus. Das Museum Abtküche zeigt Sonderschau mit Werken des verstorbenen Fotografen Karl-Heinz Mietz.
Karl-Heinz Mietz drückte immer ein Auge zu, aber nur, um mit dem anderen den Fokus in seiner Kamera besser sehen zu können. Der Velberter Zeitungsfotograf starb vor fünf Jahren, seine Bilder jedoch bleiben erhalten. 90 von ihnen schlummern im Fundus von Museumskustos Reinhard Schneider. Nun brachte er die alten Schätzchen wieder ans Tageslicht. Die Ausstellung „Karl-Heinz Mietz – Bilder aus der Arbeitswelt“ wurde am internationalen Museumstag offiziell eröffnet.
Vor dem roten Backsteingebäude machen sich Bürgermeister Dr. Jan Heinisch und zwei weitere Radler bereit für die Tour. Die anderen Zweiradfahrer hatten sich offensichtlich von den dunklen Wolken einschüchtern lassen. Den Panoramaradweg entlang geht es bis nach Wülfrath. Endstation: Heimatmuseum. Am internationalen Museumstag möchte das kleine Grüppchen dann einen Bummel durch die dortige Ausstellung machen.
Szenen aus der Arbeitswelt zwischen 1950 und 1960
Doch auch Reinhard Schneider hat sich für den Museumstag etwas Neues einfallen lassen. Die Idee dazu reifte schon länger in den Gedanken des Kustos’. „Karl-Heinz Mietz hat mir einen ganzen Stapel Fotos geschenkt, und bis jetzt bin ich nie dazu gekommen, sie auszustellen“, so Schneider. Aber nun hängen und stehen die Schwarz-Weiß-Bilder in der nachgebauten Werkstatt des Museums. Zwischen Feilen, Ambossen, Zangen und Schraubstöcken fühlen sich Mietz’ Bilder pudelwohl, zeigen sie doch alle Szenen aus der Arbeitswelt zwischen 1950 und 1960.
Ob Dreher, Gießer oder Galvaniseur, die Gesichter der Arbeiter wirken konzentriert, aber glücklich. „Solch eine Technik, wie sie auf den Bilder zu sehen ist, gibt es in den meisten Betrieben gar nicht mehr“, sagt Reinhard Schneider und deutet auf eines der Bilder. Es zeigt eine Lehrwerkstatt, in der ein Herr mit auffälliger Elvis-Tolle gerade ein Bauteil abfeilt. Auf dem nächsten Foto ergießt sich glühendes, flüssiges Metall in einem grellweißen Bogen in eine Gussform. Schneider: „Die Bilder sind alle so schön, ich werde da ein Buch daraus machen.“
Da gibt es nur ein Problem. „Die Bilder sind nicht beschriftet gewesen und ich hoffe, dass Menschen sich die Ausstellung hier ansehen und Orte oder Personen wiedererkennen“, appelliert Schneider an die Besucher. Die 20 Fotos von Karl-Heinz Mietz werden voraussichtlich noch bis Dezember im Museum Abtsküche zu sehen sein. Dann werden sie verpackt und in die Nachbarstadt Velbert geschickt. „Dort wird damit eine richtig große Ausstellung gemacht.“ Der Dornröschen-Schlaf ist nun wohl erstmal vorbei.
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