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Im Wald von Athen tragen die Elfen schnittige Spock-Ohren: So gehört sich das bei William Shakespeares „Sommernachtstraum“, in Szene gesetzt von „Drama Hilinci“.
Im Wald von Athen tragen die Elfen schnittige Spock-Ohren: So gehört sich das bei William Shakespeares „Sommernachtstraum“, in Szene gesetzt von „Drama Hilinci“.
Foto: WAZ FotoPool
Heinz-Gerd Küsters Zwar-Gruppe lädt acht Amateur-Ensembles zu fünf dramatischen Tagen ein von Donnerstag, 7. Mai, bis Montag, 11. Mai.

An einen „Sommernachtstraum“ mag man ja an diesen stürmisch verwehten Tagen kaum denken: Doch schon am Muttertag, 10. Mai, ist es soweit: Dann zeigt die Gruppe „Drama Hilinci“ wieder ihren bezaubernde Elfenspuk nach William Shakespeares Komödie.

Das „Heimspiel“ im Club entzündet ein Glanzlicht der ersten Amateur-Theater-Tage – ins Leben gerufen von Heinz-Gerd Küster und der Zwar-Theatergruppe. Insgesamt neun Ensembles sind eingeladen, mit ihren Auftritten für fünf im besten Sinne theatralische Tage zu sorgen: vom Donnerstag, 7. Mai, bis Montag, 11. Mai – natürlich mit Peter Turrinis Solo „Endlich Schluss!“ Noch hat Heinz-Gerd Köster nicht alle Schauplätze ausgehandelt, aber so viel ist klar: Wer die Bretter liebt, die bekanntlich die Welt bedeuten, darf sich vorfreuen.

Das gilt natürlich auch für jene drei Produktionen, die hier nicht mit Bildern vorgestellt werden. Das gilt für die „Kryptologen“ aus Bergisch-Gladbach und ihren Auftakt-Auftritt am 7. Mai mit Elke Heidenreichs und Bernd Schroeders „Alte Liebe“. Susanne Boock und Jürgen Werner spielen/lesen am 9. Mai die berühmten „Love Letters“. Und die Gastgeber von Zwar bieten ebenfalls am Samstag Woody Allens komisches Eifersuchtsdrama „Old Saybrook“.

Böse Puppen und bissige Muttertypen

„Komm, spiel mit mir!“ Klingt verführerisch? Allerdings sollte das Publikum am Muttertag, 10. Mai, im Club gut aufpassen, denn die „Piranhas“ sind eine junge Truppe mit Biss. Die erst Zwölf- bis 14-Jährigen aus dem Tanz- und Theaterhaus Kossmann verstehen sich auf gelinden Grusel, blicken mit bösen Puppenaugen starr in den Zuschauerraum. Aber, keine Angst: Der Spaß am Spuk soll dabei nicht zu kurz kommen.

„Casa Matriz“ heißt das Gastspiel aus der Nachbarstadt Ratingen: Barbara Emser und Beate Krüger von „LyRa“ zeigen am Freitag, 8. Mai, im Club das zeitkritisch-komödiantische Drama der heute 70-jährigen Argentinierin Diana Raznovich. Die Autorin und Theater-Praktikerin musste in den 1970er Jahren vor der Militärdiktatur in ihrer Heimat nach Spanien fliehen, kehrte aber schon bald zurück nach Buenos Aires. Schergen des Regimes zündeten ihr dort das Theater an – doch die Intendantin zog mit ihrer Truppe um und spielte weiter. „Casa Matriz“ (das „Haus der Mutter“) zeigt auf teils groteske Art einen Mutter-Tochter-Konflikt: Die Firma „Casa Matriz“ bietet mit einer ausgebildeten Schauspielerin verschiedene Muttertypen an, die sich eine 30-Jährige zu ihrem Geburtstag bucht . . .

Schauspiel auf Zuruf und großes Solo

„Impromix“ gastiert am 9. Mai in Heiligenhaus, die Spielstätte ist noch offen. Und welches Drama? Das bleibt dem Publikum überlassen. Denn wie der Name vermuten lässt, versteht sich diese Truppe aufs Improvisationstheater: Die Szenen entwickeln sich auf Zuruf. Also lassen Sie sich was einfallen!

Kamishibai ist kein schräges Ensemble, sondern eine zarte Form des japanischen Theaters: Ein truhenartiges Möbel lässt sich aufklappen zu einer Miniatur-Bühne für Papierbilder. In Japan gibt’s dieses reisende Straßentheater seit hundert Jahren, in Heiligenhaus am 8. Mai.

„Endlich Schluss!“, ein Solo des großen Kärntners Peter Turrini, setzt am Montag, 11. Mai, den dramatischen Schlussakkord des Theater-Treffens. Rainer Blum spielt jenen Menschen, der sich vor der Außenwelt verbarrikadiert und verkündet: „Ich zähle jetzt bis tausend und bringe mich um.“ Das sollte spannend werden.